Swiss liebäugelt mit Oneworld
BA will Swiss zu Allianz-Beitritt einladen

Die angeschlagene Schweizer Fluggesellschaft Swiss verhandelt nach Zeitungsberichten mit der British Airways (BA) über einen Beitritt zur weltweit zweitgrößten Luftfahrtallianz Oneworld. Anfang kommender Woche werde Swiss die Einladung der BA zu einem Beitritt erhalten, schrieb die „SonntagsZeitung“.

HB/dpa GENF/ZÜRICH. Am Montag will sich Medienberichten zufolge der Verwaltungsrat der Swiss mit der Zukunft des Unternehmens befassen. Unterdessen ist die Swiss bei ihren Restrukturierungsbemühungen vorangekommen. Am Freitagabend stimmten die ehemaligen Crossair-Piloten einem Entlassungsplan der Swiss zu. Damit müssen 526 der insgesamt 950 betroffenen Piloten gehen.

Der Verwaltungsrat will sich laut „SonntagsZeitung“ über drei Szenarien informieren lassen: Allianz-Beitritt, Verkauf an die Lufthansa oder Alleingang.

„Wir verhandeln mit mehreren großen Airlines“, sagte eine Swiss- Sprecherin am Sonntag. „Die Swiss steht auch mit British Airways in Verhandlungen - neben anderen europäischen und außereuropäischen Airlines.“

Die Swiss liebäugelt bereits seit längerem mit einem Beitritt zu Oneworld. Zwar böte auch dies keine definitive Rettung, hieß es in der „SonntagsZeitung“. Die Swiss müsse erst investieren. Sie würde aber von einem größeren Flugnetz und Synergien im Marketing und im Verkauf profitieren.

Oneworld-Mitglied American Airlines habe den Impuls für die Aufnahme der Swiss gegeben, schrieb die „SonntagsZeitung“ weiter. Die Amerikaner wollten damit offenbar vermeiden, dass die Swiss unter dem Dach der Deutschen Lufthansa lande. Über eine Übernahme der Swiss durch die Lufthansa wird seit Wochen spekuliert.

Erfolge bei der Restrukturierung

Berichte über aktuelle Überlegungen zu einer Nachlassstundung wies die Swiss-Sprecherin zurück. „Es stimmt nicht, dass der Verwaltungsrat über Nachlasstundungen spricht.“ Eine Nachlassstundung ist eine Alternative, um zunächst einen Konkurs abzuwenden. Der „TagesAnzeiger“ hatte am Samstag berichtet, die Swiss habe bei den Bundesbehörden deswegen vorgefühlt.

„Wir haben das vor einigen Monaten abgeklärt“, sagte die Swiss- Sprecherin. „Man muss dieses Szenario aber nicht jetzt aus der Schublade ziehen.“ Gerade in der vergangenen Woche habe die Swiss bei ihrer Restrukturierung gute Erfolge erzielt, sagte sie mit Blick auf die Einigung mit den ehemaligen Crossair-Piloten. Die Flugzeugführer, die nach dem Plan entlassen werden, erhalten zwischen 80 000 Franken (rund 52 000 Euro) und 140 000 Franken als Abfindung. „Wir würden kaum so viel Geld in die Lösung des Pilotenstreits investieren, wenn wir eine Nachlassstundung vorbereiten würden“, sagte die Sprecherin.

Die Swiss war im April 2002 nach dem Konkurs der Swissair aus der Crossair entstanden. Mit den Piloten der ehemaligen Swissair gibt es bereits eine Einigung, sie müssen aber noch darüber abstimmen. Ende Juni hatte die Swiss einen Umbau angekündigt, bei dem rund 25 von derzeit knapp 100 Zielen aus dem Streckennetz gestrichen werden sollen. Dabei soll die Zahl der Stellen weltweit von rund 10 000 auf 7000 reduziert werden.

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