Synergien bei den IT-Systemen möglich
Experte begrüßt Vorstoß der Deutschen Börse

Wolfgang Gerke, Mitglied der Börsensachverständigenkommission, begrüßt den Vorstoß der Deutschen Börse, die Londoner Börse LSE zu übernehmen. "Der Schritt ist richtig, er ist nur konsequent in einem zusammen wachsenden Markt", sagte der Professor an der Universität Erlangen-Nürnberg dem Handelsblatt (Dienstagausgabe).

HB FRANKFURT. "Das muss man spieltheoretisch sehen: Wenn nicht die Deutsche Börse bietet, finden sich andere Interessenten in Europa, beispielsweise Euronext." Die Chancen stünden diesmal besser als bei dem ersten Angebot der Deutschen Börse vor vier Jahren. Damals war die Fusion letztlich am Widerstand der Londoner gescheitert. "Ich fürchte aber, dass jetzt erstmal der typische Poker losgeht", sagte Gerke. Zu erwarten sei, dass die Vier-Länder-Börse Euronext sich melden werde, ein Gegenangebot mache und versuche, die Übernahme so teuer wie möglich zu machen.

Große Veränderung sieht Gerke erst einmal nicht auf die Börsen und ihre Marktteilnehmer zukommen. "In Großbritannien wird weiter in Pfund gehandelt, in Deutschland in Euro. Die beiden technischen Plattformen werden wohl auch weiter laufen. Zunächst werden vermutlich nur bei der IT Synergien zu heben sein." Einen weiteren Vorteil erwartet Gerke für den Emissionsmarkt. So könnte beispielsweise der britische Wachstumsmarkt AIM, ein Segment für junge Unternehmen vergleichbar dem mittlerweile eingestellten Neuen Markt in Deutschland, auch in Deutschland genutzt werden. In Deutschland waren zuletzt immer wieder Beschwerden laut geworden, kleineren Firmen stünden nicht genug Möglichkeiten offen, an den Kapitalmarkt zu gehen.

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