Tankstellen: Ölmultis rüsten Stationen um

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Ölmultis rüsten Stationen um

Die Mineralkonzerne richten ihre Tankstellen-Konzepte in Deutschland neu aus, um auf die rückläufige Ertragslage im vergangenen Jahr zu reagieren. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Veränderungen bei den Tankstellen-Shops. Allerdings gehen die Unternehmen dabei unterschiedliche Wege.

HB HAMBURG.Der Exxon-Mobil-Konzern will 2006 im Großraum München und ab 2007 im Ruhrgebiet bei einem Großteil seiner Stationen die Verkaufsflächen und das Produktangebot massiv ausweiten. Grund hierfür ist, dass die Stationen in den Shops deutlich höhere Renditen erzielen als durch den Verkauf von Kraftstoff. So ist die Ertragslage der Tankstellen zuletzt vor allem wegen der um sechs Prozent rückläufigen Benzinnachfrage unter Druck geraten. Die hohen Kraftstoffpreise hätten den Absatz an den Stationen verringert und den Tanktourismus gefördert, hieß es. „Wir haben im deutschen Tankstellengeschäft 2005 nur knapp einen Gewinn erwirtschaftet“, sagte der Exxon-Mobil-Vorstandsvorsitzende Gernot Kalkoffen dem Handelsblatt. Exakte Zahlen wollte er nicht nennen.

Das Konzept mit dem Namen „on the run“ von Exxon-Mobil sieht vor, dass die Verkaufsflächen der Shops von 80 auf 200 Quadratmeter vergrößert werden und das Angebot an frischen Produkten deutlich ausgeweitet wird. Zielgruppe sind vor allem Singles, die während der Ladenöffnungszeiten nicht zum Einkaufen kommen. Für den Umbau will Exxon einen „dreistelligen Millionenbetrag“ aufwenden, so Kalkoffen. Bisher wurden bereits 38 Tankstellen vor allem im Großraum Frankfurt umgerüstet. Wie viele Stationen nach dem Konzept um- oder neu gebaut werden sollen, ließ der Exxon-Chef offen. Exxon hat in Deutschland mehr als 1 300 Tankstellen.

Der Konkurrent Shell geht hingegen einen anderen Weg: Der Mineralölkonzern konzentriert sich bei seinen mehr als 2 200 Stationen auf Verkaufsflächen von weniger als 100 Quadratmeter. Er strafft sein Sortiment und hat ein neues Shop-Design entwickelt. Es soll dem Kunden ermöglichen, schneller die notwendigen Produkte zu finden. Dabei sollen farbliche Markierungen für mehr Übersicht sorgen. Zudem wird das Bezahlen durch neue Kassensysteme erleichtert, heißt es. „Wir halten nichts von Shops mit einer Größenordnung von mehr als 200 Quadratmeter“, erklärt ein Shell-Sprecher. Es sei schwierig, solche Flächen rentabel zu bewirtschaften.

Auch der Mineralölkonzern Conoco Phillips trimmt seine 520 deutschen Jet-Tankstellen stärker auf Rendite. Die Gesellschaft will deshalb in diesem Jahr „Spar-Express-Shops“ einführen. Die Geschäfte sind mit 90 Quadratmeter Verkaufsfläche deutlich größer als die bisherigen Minimärkte. Sie verfügen zudem über ein breiteres Sortiment von rund 2 500 Artikeln. Auch Obst und Gemüse sollen zum Angebot gehören. Beliefert werden die Läden durch die Edeka-Tochter Spar und den Frechener Großhändler Lekkerland. Erste Tests an zwölf Stationen seien erfolgreich verlaufen, so ein Spar-Sprecher.

Die Deutsche BP setzt dagegen auf Kostensenkung in ihren 2 500 Aral-Stationen. Seit einigen Wochen läuft das Projekt „Accelerator“, mit dem Arbeitsabläufe untersucht und gestrafft werden sollen. Dazu gehört beispielsweise auch, die Belieferung der Shops mit frischen Produkten schneller und effektiver zu gestalten.

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