Target in Kanada gescheitert: Ladenschluss für 133 Filialen

Target in Kanada gescheitert
Ladenschluss für 133 Filialen

Als Target 2011 nach Kanada ging, bedeutete dies die erste Expansion außerhalb der USA in der Firmengeschichte. Nun verkündete der Konzern das Aus aller Filialen im Nachbarland. Ein Scheitern, das Milliarden kostet.
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DüsseldorfDer US-Einzelhändler Target ist in Kanada gescheitert. Das Unternehmen schließt seine 133 Filialen im Nachbarland, wie am Donnerstag bekannt wurde. Target war erst vor weniger 2011 in den kanadischen Markt eingetreten. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg machte der Einzelhändler dort insgesamt zwei Milliarden Dollar Verlust.

„Wir konnten kein realistisches Szenario finden, das Target-Geschäft in Kanada bis 2021 profitabel zu machen“, sagte Unternehmenschef Brian Cornell. Es sprach von einer schwierigen Entscheidung, bewertete sie aber gleichzeitig als die richtige für das Unternehmen. Ein kanadisches Gericht muss nun noch seine Zustimmung für die Auflösung der Filialen geben, wie die in Minneapolis ansässige Firma bekannt gab. Target muss dadurch 5,4 Milliarden Dollar abschreiben.

Der Ladenschluss in Kanada ist der erste große Schritt des neuen Unternehmenschef Cornell. Er hatte den Posten im vergangenen Jahr von Gregg Steinhafel übernommen, der die Expansion nach Kanada in dem Glauben angetrieben hatte, dass die Konsumenten dort die Marke ja schon kennen würden. In den USA betreibt Target derzeit 1750 Filialen.

Doch durch die starken Verluste war es für den neuen Chef die erste Priorität gewesen, das Kanada-Geschäft aus den roten Zahlen zu holen. Nach seinem Amtsantritt in August nahm er sich viel Zeit, um sich mit den kanadischen Filialen zu beschäftigen. Der Einzelhändler hatte dort Probleme auch deshalb Probleme, weil es in den einzelnen Filialen teils leere Regale und teils höhere Preise als in den USA gab.

Target hatte 2011 rund 220 Filialen in Kanada erworben. Das hatte den Händler 1,8 Milliarden Dollar gekostet. Es war das erste Mal, dass das Unternehmen außerhalb der USA expandierte. Das Experiment ist nun gescheitert.

Lisa Hegemann
Lisa Hegemann
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin
Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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