Tarifeinigung
Lufthansa wendet Streik in letzter Minute ab

Die Lufthansa hat in letzter Minute einen Streik ihres Kabinenpersonals abgewendet. Das Unternehmen einigte sich am Dienstag nach eigenen Angaben mit den Gewerkschaften Verdi und Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) auf einen Tarifvertrag mit 14 Monaten Laufzeit. Ufo hatte umgerechnet 15 Prozent mehr Lohn gefordert.

HB FRANKFURT. Der Tarifvertrag sieht vor, die Gehälter für die rund 16 000 Flugbegleiter rückwirkend zum 1. Januar 2009 um 4,2 Prozent zu erhöhen. Die drei untersten Lohngruppen sollen überproportionale Erhöhungen von 100 Euro erhalten.

Dazu kommen laut Lufthansa eine Ergebnisbeteiligung von bis zu 3 Prozent eines Jahresgrundgehalts für das erfolgreiche Jahr 2008 und die besonders umstrittene Teilrücknahme von Arbeitszeitverlängerungen, die 2005 zur Ergebnisverbesserung vereinbart worden waren. Der Vertrag würde bis zum 28. Februar 2010 gelten und steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Gremien der Gewerkschaften und des Lufthansa-Konzerns. Dieser will am Mittwoch seine Bilanz für 2008 vorstellen.

Noch am Montag hatten die bei der Ufo organisierten Flugbegleiter mit einer Mehrheit von 96 Prozent für einen unbefristeten Arbeitskampf gestimmt. Im Hintergrund waren die Verhandlungen aber weitergegangen. Der Streik solle bereits für Mittwoch geplant gewesen sein.

Lufthansa-Verhandlungsführer Peter Gerber bezeichnete den Abschluss als einen „vertretbaren Interessensausgleich“. Damit sei es gelungen, die Tarifeinheit im Konzern wieder herzustellen und gleiche Tariflaufzeiten für die Mitarbeiter des Boden- und Kabinenpersonals zu vereinbaren: „Die Mitarbeiter werden spürbar entlastet und erhalten eine Vergütungserhöhung deutlich über der Inflationsrate. Damit sind wir in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bis an die Grenze des Möglichen gegangen.“

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