Tarifkonflikt bei der Bahn
GDL: Kein neues Angebot der Bahn

Die Lokführergewerkschaft GDL hat noch kein neues Verhandlungsangebot der Bahn erhalten. Damit läuft die nach dem Ende des bislang größten Streiks in der Geschichte der Bahn gesetzte frist der Gewerkschaft weiter: Bis Montag 24 Uhr erwarten die Lokführer ein neues Angebot, sonst wird wieder gestreikt.

HB BERLIN. Der Lokführergewerkschaft GDL liegt bisher kein neues Tarifangebot der Deutschen Bahn vor. „Bei uns ist noch nichts eingegangen“, sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert am Sonntag. Sie zeigte sich weiter skeptisch. Die Gewerkschaft sei zwar grundsätzlich offen für Verhandlungen über ein neues Angebot. „Aber da muss auch finanziell was drin sein. Für nix setzen wir uns nicht an den Verhandlungstisch“, sagte Seibert.

Auch der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky bekräftigte die Forderung nach eine höheren Lohnangebot. Selbst wenn die Bahn nun nicht mehr darauf bestehen sollte, dass die GDL vor Verhandlungen eine Kooperationsvereinbarung mit den anderen Gewerkschaften schließt, liege „nach wie vor das Angebot auf dem Tisch von 4,5 Prozent und 600 Euro - nicht ein Cent mehr“, sagte Weselsky. Von einem aufgebesserten Bahn-Angebot wisse er aber nichts.

Zuvor hatte das Magazin „Der Spiegel“ ohne Angabe von Quellen berichtet, die Bahn mache Verhandlungen nun nicht mehr von einer vorherigen Kooperationsvereinbarung der GDL mit den anderen Bahngewerkschaften Transnet und GDBA abhängig. Im Sommer hatten sich die Tarifparteien bei der Bahn unter der Regie der früheren CDU-Spitzenpolitiker Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf auf ein Vermittlungsergebnis geeinigt, nach dem es parallele Verhandlungen der Bahn mit Transnet und GDBA und der GDL über einen eigenständigen Tarifvertrag für Lokführer geben sollte. Weselsky betonte, das Moderatorenergebnis sei nicht mehr als „Rahmen, der eine Lösungsmöglichkeit bietet“, nicht schon der Inhalt des Tarifkonflikts. Ein Bahn-Sprecher wollte sich am Samstag nicht zu dem „Spiegel“-Bericht äußern.

Nach dem Ende des bislang größten Streiks in der Geschichte der Bahn hat die GDL hat der Bahn eine neue Frist gesetzt: „Die GDL erwartet vom Bahnvorstand bis Montag 24 Uhr endlich ein verhandlungsfähiges Angebot.“ Offen bleibt, wann es in der neuen Woche zu den von der GDL angedrohten unbefristeten Streiks kommen könnte. „Unsere Mitglieder stehen Gewehr bei Fuß“, heißt es bei der GDL. Ein neuer Streik könne „sehr schnell“ beginnen.

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