Tarifkonflikt bei der Lufthansa Einigung mit dem Bodenpersonal steht, nun drohen die Flugbegleiter

Aufatmen im Tarifstreit: Lufthansa und Verdi haben gemeinsam eine Erneuerung der Tarifverträge für das Bodenpersonal beschlossen. Trotzdem warnt die Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo bereits vor neuen Streiks.
Update: 07.02.2018 - 12:01 Uhr Kommentieren
Lufthansa einigt sich mit Verdi im Boden-Tarifstreit Quelle: dpa
Lufthansa

Rund 28.000 Bodenmitarbeiter der Fluggesellschaft sehen im Rahmen der neuen Tarifverträge einer Gehaltserhöhung entgegen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Lufthansa hat mit der Gewerkschaft Verdi einen neuen Tarifvertrag für rund 33.000 Mitarbeiter von Bodendiensten ausgehandelt. So sei jetzt auch für die größte Beschäftigtengruppe eine langfristige Vereinbarung getroffen worden, erklärte Personalchefin Bettina Volkens am Mittwoch. „Damit haben wir für alle großen Mitarbeitergruppen der Lufthansa in Deutschland Tariffrieden erzielt.“

Die Entgelte steigen über eine Laufzeit von 33 Monaten um bis zu sechs Prozent. Die Beschäftigten am Boden, der Lufthansa-Service Group (LSG) sowie von Lufthansa Systems, Technik und Cargo erhalten die Lohnerhöhungen in zwei Stufen: Ab dem 1. Februar 2018 zahlt die Lufthansa drei Prozent mehr, ab 1. Mai 2019 erneut bis zu drei Prozent. Die Erhöhung in der zweiten Stufe ist über eine Basisanhebung von 1,8 Prozent hinaus abhängig von den Renditen in den einzelnen Geschäftsfeldern.

Die Konzerntarifkommission habe dem Ergebnis am Dienstagabend zugestimmt, teilte Verdi mit. Die Gewerkschaft hatte ursprünglich sechs Prozent mehr Geld über eine Laufzeit von zwölf Monaten gefordert. „Das ist ein gutes Ergebnis“, zeigte sich Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle dennoch zufrieden.

Die Gewerkschaft konnte schärfere Renditeschwellen abwenden, die für die LSG voraussichtlich nicht erreichbar gewesen wäre, sodass die Mitarbeiter in der zweiten Stufe leer ausgegangen wären. Als Erfolg betrachtet Verdi außerdem, dass der Manteltarifvertrag nicht auf die verschiedenen Geschäftsfelder aufgespalten wird. Die Gewerkschaft befürchtete, die Lufthansa hätte sonst die Bedingungen für einzelne Gruppen nach und nach verschlechtert.

Der Dax-Konzern muss in Deutschland damit in diesem Jahr nicht mehr mit Streiks rechnen. Im Dezember erst hatte die Lufthansa den jahrelangen, von vierzehn Streiks begleiteten Tarifstreit mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit endgültig beigelegt. Ein Teil der Tarifverträge mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo läuft allerdings Ende 2018 aus. Die Gewerkschaft kritisierte vor Kurzem, dass noch immer nicht alle Regelungen umgesetzt seien und warnte vor Streiks Anfang 2019.

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