Tarifkonflikt bei der Lufthansa
Einigung unter Vorbehalt

Lufthansa-Unternehmensleitung und Gewerkschaft Verdi haben sich im Tarifkonflikt geeinigt. Damit ist die Kuh aber noch nicht vom Eis. Die Einigung steht noch unter dem Vorbehalt, dass auch die Verdi-Konkurrenzgewerkschaft in der Kabine, Ufo, zustimmt.

HB FRANKFURT. Uneingeschränkt gilt die Einigung zunächst nur für die Bodenbeschäftigten. Die rund 14 000 Kabinenbeschäftigte erhalten vorerst nur die Einmalzahlungen. Denn die vereinbarten Erhöhungen stehen unter dem besagten Vorbehalt. Die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) hat aber in ihrem Bereich mehr Mitglieder als Verdi und zuvor angekündigt, einem von Verdi ausgehandelten Ergebnis nicht zuzustimmen. Ufo verlangt 15 Prozent mehr Geld. Neue Verhandlungen mit der Lufthansa stehen Ende des Jahres an; bis dahin läuft noch der Tarifvertrag mit Ufo.

Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer wies die Forderung scharf zurück. Ein Tarifabschluss im zweistelligen Bereich sei nicht denkbar. "Alle Beteiligten müssen mit Vernunft in die Verhandlungen gehen." Der Vertrag mit Verdi sei als Signal zu verstehen, in welchem Umfang Gehaltserhöhungen für den Konzern machbar seien.

Es müsse sich zeigen, ob Ufo den mit Verdi erzielten Tarifabschluss für die Flugbegleiter akzeptiere, sagte ein Konzern-Sprecher: "Wir unterliegen dem Gebot der Tarifeinheitlichkeit für all unsere Mitarbeiter."

Ufo hat den Tarifkompromiss unterdessen als "völlig untragbar" bezeichnet. "Wir werden eine entsprechende Vereinbarung nicht unterzeichnen", sagte Joachim Müller, Leiter Tarifpolitik und Recht, am Freitag Dow Jones Newswires auf Anfrage. Damit werde es dann auch keinen gültigen Tarifvertrag für die Kabinenbeschäftigten geben. Der Ufo-Sprecher bezeichnete den Kompromiss zwischen Lufthansa und Verdi als "Enttäuschung". Das Ergebnis liege dem zuvor von Lufthansa genannten Angebot sehr nahe. Für dieses Ergebnis gestreikt zu haben, "mache keinen Sinn", sagte Müller.

Die Gewerkschaft bleibt bei ihrer ursprünglichen Forderung von 15 Prozent mehr Gehalt. "Wir werden zum Jahreswechsel mit dem Vorstand in Verhandlung treten und wollen einen ordentlichen Abschluss erzielen", sagte der Ufo-Sprecher. Er rechnet damit, dass die Tarifvertragsparteien dabei schnell an ihre Grenzen stoßen werden. "Dann werden wir sehen, wie es weiter geht", sagte Müller.

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