Tarifkonflikt
Fluglotsenstreik vorerst verhindert

Der drohende Fluglotsenstreik konnte vorerst verhindert werden. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer gab am Montagabend Entwarnung und erklärte, für diesen Mittwoch seien weitere Gespräche vereinbart worden.
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Frankfurt, BerlinDer drohende Fluglotsenstreik ist nach Angaben von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) vorerst abgewendet. Für diesen Mittwoch seien weitere Gespräche vereinbart worden. „Damit sind Streiks erst einmal vom Tisch und insofern keine Beeinträchtigungen des Flugbetriebs zu befürchten“, erklärte Ramsauer am Montagabend.

Die Fluglotsen wollten eigentlich noch in dieser Woche streiken. Der Bund als Eigentümer der Deutschen Flugsicherung DFS hatte noch um einen letzten Vermittlungsversuch des Schlichters Volker Rieble gebeten, um einen Streik zu verhindern, teilte die Fluglotsengewerkschaft GdF am Montag mit. Nur wenn in baldigen Verhandlungen ein Ergebnis zustande komme, könne ein Streik noch verhindert werden, betonte die Gewerkschaft.

Die Fronten in dem Arbeitsstreit sind verhärtet. Am Freitag war die jüngste Gesprächsrunde geplatzt, bei der auf Basis des von Schlichter Rieble erarbeiten Kompromisses, eine Lösung gefunden werden sollte.

Der Clinch zieht sich seit Anfang des Jahres hin und hatte sich Anfang August zugespitzt - die Fluglotsen wollten streiken. Die Arbeitsniederlegung wurde jedoch zwei Mal in letzter Minute vor Gericht verhindert. Bei einem Ausstand wären tausende Flüge ausgefallen.

Die Fluglotsen fordern von der DFS eine Gehaltserhöhung um 6,5 Prozent über zwölf Monate. Das Unternehmen bietet eine Erhöhung der Tarifgehälter ab 1. August um 3,2 Prozent plus eine sofortige Einmalzahlung in Höhe von 0,8 Prozent des Bruttojahresgehalts. Ab 1. November 2012 würden die Gehälter um weitere zwei Prozent, mindestens aber in Höhe der Inflationsrate steigen.

Den Fluglotsen geht es nicht nur ums Geld. Sie wollen auch auf einige ihrer Ansicht nach grundsätzliche Probleme aufmerksam machen: Aufgrund eines systematischen Personalmangels müssten sie viel zu viele Überstunden machen. Eines Tages könnte das auf Kosten der Sicherheit gehen, warnt die GdF. In Deutschland arbeiten nach Gewerkschafts-Angaben etwa 5500 Beschäftigte bei der Flugsicherung, davon 2400 Fluglotsen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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