Tarifkonflikt
Lufthansa und Piloten gehen in die Schlichtung

Die Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit wollen den Tarifkonflikt beigelegen. Bis Ende Januar soll die Schlichtung abgeschlossen werden. Bis dahin soll es keine neuen Streiks geben.
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FrankfurtDie Piloten und das Management der Lufthansa haben sich in ihrem zähen Tarifkonflikt auf eine Schlichtung geeinigt. Die Schlichtung solle bis Ende Januar abgeschlossen werden, teilte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit am Freitag mit. Zur Person des Schlichters sei Stillschweigen vereinbart worden. Man wolle einen ungestörten und effizienten Schlichtungsprozess gewährleisten, hieß es.Die Lufthansa bestätigte den Vermittlungsprozess.

In der Schlichtung geht es ausschließlich um den Vergütungstarifvertrag. Bezogen darauf gelte die Friedenspflicht, erklärten beide Parteien. Wegen Gehaltsfragen sind damit Streiks bis Ende Januar ausgeschlossen. Arbeitsniederlegungen der Piloten wegen anderer Streitthemen bleiben zwar theoretisch möglich, sind aber unwahrscheinlich. Dies würde die Gespräche belasten.

„Wir wollen gemeinsam mit der VC einen langfristigen Tariffrieden erreichen“, sagte Bettina Volkens, Personal-Vorstand bei Lufthansa. Man sei zuversichtlich, eine Einigung zu finden. Ein Sprecher von VC erklärte, mit der Konzentration auf die Vergütung seien die Verhandlungen nicht mehr so kompliziert. Zwar liege man bei den Gehältern noch weit auseinander, doch der 31. Januar sei ein „durchaus realistischer Zeitraum“, um eine Lösung zu finden.

Die Piloten hatten zuletzt Ende November in der 14. Runde sechs Tage lang gestreikt und dem Unternehmen einen Schaden von rund 100 Millionen Euro zugefügt. Rund 4450 Flüge mit 525.000 betroffenen Passagieren blieben am Boden.

Das letzte Angebot der Lufthansa beinhaltete eine Lohnsteigerung von 4,4 Prozent sowie eine Einmalzahlung. Die Gewerkschaft fordert für die 5400 Lufthansa-Piloten 3,7 Prozent mehr Geld im Jahr – einschließlich Nachzahlungen für vier Jahre. Konzernchef Carsten Spohr hatte sich vorige Woche entschlossen gezeigt, nicht einzulenken. „Lieber ein paar Tage ohne Lufthansa als irgendwann ganz ohne Lufthansa“, hatte er gesagt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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