Lufthansa und Piloten nehmen Schlichterempfehlung an

Tarifkonflikt
Lufthansa und Piloten legen Lohn-Streit bei

Die Lufthansa und ihre Piloten stimmen der Empfehlung des Schlichters zu und legen den Lohntarifstreit bei. Die Piloten erhalten nun über sieben Jahre 8,7 Prozent mehr Geld. Doch es gibt weiter ungelöste Probleme.
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FrankfurtDie Lufthansa und die Piloten legen ihren zähen Lohntarifkonflikt bei. Beide Seiten haben eine entsprechende Schlichterempfehlung angenommen, wie die Lufthansa am Mittwoch mitteilte. Die Einigung bezieht auf die Gehälter der 5400 Piloten im Konzerntarifvertrag (KTV) von Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings. Allerdings sind noch viele weitere Tarifthemen offen. „Die Bewertung des Schlichterspruches war erwartungsgemäß sehr schwierig und verlangt von den Piloten maximale Kompromissbereitschaft“, sagte Markus Wahl, Sprecher der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit.

Wie die Lufthansa mitteilte, erhalten die Piloten eine Vergütungserhöhung in vier Stufen in Höhe von insgesamt 8,7 Prozent. Zusätzlich gebe es eine Einmalzahlung im Gesamtvolumen von rund 30 Millionen Euro, was voraussichtlich einer Ausschüttung von 5000 bis 6000 Euro je Beschäftigtem entspreche. Die Laufzeit der Vergütungstarifverträge gilt laut Lufthansa bis Ende 2019. Zugleich erklärte der Konzern einseitig, 40 neue Flugzeuge nicht mehr mit Piloten zu besetzen, die nach dem umstrittenen Konzerntarifvertrag bezahlt werden.

Der Tarifkonflikt läuft seit bereits seit 2012 – mit mittlerweile 14 Streiks, 500 Millionen Euro Kosten und ungezählten Verhandlungsrunden. Der bislang letzte Streik hatte Reisepläne von Lufthansa-Kunden Ende November durcheinander gebracht.

Formal ging es in der Mitte Januar begonnenen Schlichtung ausschließlich um die Gehälter der 5400 Piloten, die nach dem Konzerntarifvertrag für die Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings fliegen. Pleugers Schlichterspruch musste sich folglich auf dieses Thema beschränken, Lufthansa und VC könnten auf dieser Grundlage einen Tarifvertrag abschließen oder den Vorschlag auch jeweils ablehnen. Andere Tarifthemen wurden ausgeklammert.

Schlichter Pleuger hatte seine Vorschläge vor knapp einer Woche vorgelegt, über Inhalte war Stillschweigen vereinbart worden. Lufthansa hat den Piloten über einen sechsjährigen Tarifzeitraum eine Einmalzahlung und 4,4 Prozent mehr Geld angeboten. Die VC hatte in fünf Jahresschritten über 20 Prozent verlangt.

Kurz vor Ende des Schlichtungsverfahrens hatte Lufthansa die Piloten vor einem zu hohen Abschluss gewarnt. Zusätzliche Millionenkosten könnten dazu führen, dass Investitionen für neue Flugzeuge in andere Teilgesellschaften des Konzerns gelenkt würden, hatte Vorstandsmitglied Harry Hohmeister gesagt. Lufthansa denke auch über die Gründung einer neuen Airline nach, die Strecken von der Lufthansa-Mutter übernehmen könne. Die VC sah in den Äußerungen einen Einschüchterungsversuch gegen den Schlichter.

Der umstrittene Konzerntarifvertrag (KTV) sieht vor, dass Flugzeuge der Marke Lufthansa nahezu ausschließlich von Piloten geflogen werden dürfen, die nach dem KTV beschäftigt werden. Lufthansa sucht daher nach Wegen, Flugzeuge mit billigeren Piloten betreiben zu können. Im Konzern sind die KTV-Piloten bereits in der Minderheit. Bei allen Töchtern wie Swiss, Austrian, Brussels und Eurowings wird weniger gezahlt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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