Tarifkonflikt: Verdi legt Flughäfen lahm

Tarifkonflikt
Verdi legt Flughäfen lahm

Die Gewerkschaft Verdi macht Druck: Im Tarifkonflikt des öffentlichen Dienstes bestreikt sie nach Bussen, Bahnen und Kindertagesstätten nun die Flughäfen. Vor allem in Frankfurt sind die Auswirkungen massiv.
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BerlinAn den großen deutschen Flughäfen haben Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen. So legten Flughafenmitarbeiter am größten deutschen Drehkreuz in Frankfurt die Arbeit nieder. Allein die Lufthansa strich mehr als 600 Flüge, vor allem innerdeutsche und europäische Verbindungen.

Am Frankfurter Airport haben Mitarbeiter der Betreibergesellschaft Fraport mit Beginn der Frühschicht um 3.30 Uhr ihre Arbeit niedergelegt, wie ein Sprecher der Gewerkschaft sagte. Eine Sprecherin von Verdi Hessen sagte, mehrere hundert Leute hätten sich für die Streikkundgebung versammelt. 1400 Flughafen-Mitarbeiter dürften sich am Streik beteiligen, dazu aufgerufen seien 12.000 Beschäftigte. Betroffen sind vor allem Bodenabfertigung, Frachtverladung und die Verwaltung.

Am zweitgrößten deutschen Flughafen in München wurden rund 130 Flüge annulliert, wie ein Sprecher am Morgen sagte. „In den Terminals ist es sehr ruhig, da ja auch bekannt war, dass gestreikt wird.“ Die Streikbeteiligung sei relativ gering. „Die Flüge, die stattfinden, werden relativ normal abgefertigt.“

Auch in Hannover legten unter anderem Beschäftigte in der Flugzeugversorgung, in der Gepäckabfertigung und bei den Personenkontrollen die Arbeit nieder. Bereits am frühen Donnerstagmorgen mussten deshalb mehrere Flüge gestrichen werden. „Besonders betroffen sind Lufthansa-Flüge“, sagte eine Sprecherin des Flughafens.

Die Lufthansa hat für Donnerstag jeden dritten Flug abgesagt. Annulliert werden der Airline zufolge an den Flughäfen Frankfurt und München so gut wie alle innerdeutschen Flüge und Europaverbindungen, die im Zeitraum bis 14.00 Uhr planmäßig vorgesehen waren. Auch die Langstreckenverbindungen von und nach Frankfurt und München sind betroffen. Üblicherweise stehen bei der Airline an einem Wochentag 1800 Flüge auf dem Flugplan. Auch bei Air Berlin werde es wegen des Ausstandes zu Verspätungen und Flugausfällen kommen, sagte eine Sprecherin der zweitgrößten deutschen Fluglinie.

Aufgerufen zum Streik sind die Beschäftigten an den beiden Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München sowie an den Airports in Köln-Bonn, Düsseldorf, Hamburg, Hannover und Stuttgart.

Zudem rief Verdi mehrere zehntausend Beschäftigte aus anderen Bereichen des öffentlichen Dienstes wie Stadtverwaltungen oder Kitas zu Warnstreiks auf. Am Donnerstag soll es in mehreren Ländern Arbeitsniederlegungen und Kundgebungen geben.

Verdi will damit Druck vor der dritten Tarifrunde machen. Die Gewerkschaften fordern, dass die Einkommen der 2,1 Millionen Angestellten im Bund und in den Kommunen um einen Betrag von 100 Euro und dann zusätzlich um weitere 3,5 Prozent steigen. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot vorgelegt.

Die Gewerkschaft sucht eine zügige Entscheidung. Er setze auf eine Lösung in der dritten Runde der Gespräche Anfang kommender Woche, sagte Verdi-Chef Frank Bsirske am Donnerstag im Deutschlandfunk. Allerdings seien zentrale Fragen noch strittig, etwa der Umfang der Lohnerhöhungen, die soziale Komponente und die Übernahme von Auszubildenden. Verdi fordert eine Erhöhung der Löhne um 3,5 Prozent plus 100 Euro mehr monatlich für jeden Beschäftigten. „Wir wollen teilhaben am wirtschaftlichen Aufschwung“, sagte Bsirske.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Öffentlicher Dienst, Streiks legen bundesweit Flughäfen lahm
    Es muss schon die Frage erlaubt sein, ob eine Gewerkschaft Lebensadern einer Gesellschaft ohne weiteres blockieren darf, um ihre Forderungen durchzusetzen?
    Ich empfinde dieses Vorgehen der Gewerkschaft als Einschränkung meiner persönlichen Freiheit weil es sich jedes Jahr widerhallt.
    Hier müssen neue Streikmöglichkeiten erdacht werden, um die berechtigten Interessen der Beschäftigten, auf eine andere Art und Weiße durchzusetzen.

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