Tarifkonflikt
Verdi will Streik bei der Lufthansa ausweiten

Knapp 5 000 Lufthansa-Mitarbeiter beteiligen sich nach Angaben der Gewerkschaft Verdi am Streik. Während die Unternehmensleitung kaum Störungen feststellt, sehen die Arbeitnehmervertreter sehr wohl Erfolge. Und sie kündigen bereits eine Ausweitung der Streiks an.

HB FRANKFURT/HAMBURG/BERLIN. Im Ausstand seien Mitarbeiter der Technik, der Frachtverladung und der Essensversorgung in Hamburg, Köln, Leipzig, Hannover, Frankfurt, Düsseldorf und München, sagte Verdi-Verhandlungsführer Erhard Ott im ZDF-Morgenmagazin. Die Wirkung des Streiks werde im Laufe dieses und der nächsten Tage voll durchschlagen.

„Unser Streik läuft sehr wohl“, sagte er zu Informationen des Unternehmens, wonach der Flugbetrieb zunächst weitgehend unbeeinträchtigt war. Es gehe nicht darum, „möglichst viele Flugausfälle zu produzieren, sondern das Unternehmen zu treffen, das ist Ziel des Streiks“, sagte Ott. Der Streik sei so angelegt, dass die Auswirkungen für die Fluggäste zwar spürbar seien, sich aber in Grenzen hielten.

Er forderte die Unternehmensführung auf, mit einem verbesserten Angebot an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Nachdem sie in einem Mitarbeiterbrief das jetzige Angebot als das Äußerte bezeichnet habe, sei „die Tür zunächst zugeschlagen“. Es sei nun „erst mal Sache der Lufthansa“, sich zu bewegen. Die Drohung mit Arbeitsplatzabbau bei einem zu hohen Tarifabschluss hält die Gewerkschaft für nicht glaubwürdig. Tatsächlich expandiere das Unternehmen und baue Arbeitsplätze aus. Auch in der Luftfahrt-Krise sei die Lufthansa ausgesprochen gut aufgestellt. Das sei ja auch „ein Lob für das Management“, sagte Ott.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu geben, will die Gewerkschaft ihren Streik auch auf Berlin ausweiten. Bei der Lufthansa Technik in Tegel und Schönefeld sei am Dienstag von Arbeitsniederlegungen auszugehen, sagte Verdi-Sekretärin Doris Fiedler der Nachrichtenagentur dpa.

Lufthansa hatte am Morgen berichtet, trotz des Streiks sei der Flugbetrieb störungsfrei angelaufen. Es habe bundesweit einzelne Verspätungen, aber keine Flugstreichungen gegeben. In Hamburg beispielsweise sind nach Auskunft des örtlichen Lufthansa-Verkehrsleiters zunächst keine Flüge ausgefallen oder anderweitige Behinderungen festzustellen. In Düsseldorf und Köln beteiligten sich nach Gewerkschaftsangaben rund 120 Mitarbeiter an dem Ausstand. Am Flughafen Leipzig/Halle legten zehn Technik-Mitarbeiter ihre Arbeit nieder. Probleme gab es dort nach Verdi-Angaben vor allem bei den Frachtflugzeugen, die der Postkonzern DHL an seinem europäischen Drehkreuz nutzt. Wegen des Streiks habe in der Nacht eine DHL-Maschine nicht starten können.

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