Tarifkonflikt zwischen Bahn und GDL
Transnet will mitmischen

Die Bahn-Gewerkschaft Transnet will an den Verhandlungen zwischen DB und GDL beteiligt werden und schließt im Falle eines gesonderten höheren Tarifabschlusses mit der Lokführergewerkschaft eigene Streiks nicht aus. Unterdessen gab Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee bekannt, die Bahn sei bereit, den Lokführern ein „Geheim“-Angebot vorzulegen.

HB DRESDEN. „Die Bahn ist bereit, einen Schritt auf die Gewerkschaft der Lokführer zuzugehen und ein neues Angebot zu offerieren“, sagte Tiefensee am Montag in Dresden. Er sei sich sicher, „dass damit eine neue Phase intensiver Gespräche anbricht“. Details sollten aber zunächst nicht in der Öffentlichkeit behandelt werden. Dann hoffe er, dass diese in sieben bis 14 Tagen in eine konkrete Verhandlungsphase übergehe und in etwa einem Monat ein Ergebnis vorliege.

Bahn und Gewerkschaft haben für diesen Dienstag ein Spitzentreffen vereinbart, um wieder Bewegung in den seit Monaten blockierten Konflikt zu bringen. Ort und Zeitpunkt des Gesprächs sind geheim. GDL-Chef Manfred Schell hatte bekräftigt, auf Basis des bisherigen Bahn-Angebots könne es keine Verhandlungen geben.

Unterdessen sagte Transnet-Chef Hansen seine Gewerkschaft wolle in die Verhandlungen miteinbezogen werden und drohte bei einem gesondertem höheren Abschluss mit Streik. „Das ist leider das Drohszenario, das sich ergeben würde, wenn man nicht alle Parteien zu einer Einigung bringt. Und deswegen biete ich ja immer wieder an, dass wir gemeinsam weiterverhandeln“, sagte Transnet-Chef Norbert Hansen am Montag bei N24.

Hintergrund ist eine Klausel in dem im Sommer zwischen den Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA abgeschlossenen Tarifvertrag mit der DB über Einkommensverbesserungen von 4,5 Prozent, wonach im Falle eines höheren Abschlusses mit einer anderen Gewerkschaft die Friedenspflicht nicht mehr gilt. Die GDL hat diesen Abschluss vom 9. Juli über 4,5 Prozent mehr Geld und eine Einmalzahlung von 600 Euro immer als völlig ungenügend abgelehnt und 31 Prozent gefordert. Am Sonntagabend deutete GDL-Chef Manfred Schell an, dass er über ein Angebot zwischen zehn und 15 Prozent verhandeln könne.

Transnet-Chef Hansen sagte dazu im WDR: „Und natürlich werden wir verlangen, dass Einkommensverbesserungen, die über unser Ergebnis hinausgehen, für andere Beschäftigtengruppen die genau ähnliche Belastungen haben, auch gewährt werden. Und dann sind wir wieder in einer Streiksituation, wenn's nicht anders sein muss.“

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