Tarifstreit
Bahn droht mit Entlassungen und Preiserhöhungen

Die Deutsche Bahn will der Lokführergewerkschaft GDL in die Parade fahren. Das Unternehmen hat erneut zu rechtlichen Mittel gegriffen, um drohende Streiks zu verhindern. Denn der wirtschaftliche Schaden wäre enorm.

HB BERLIN. Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat eine Urabstimmung eingeleitet, Ergebnisse sollen bis 6. August vorliegen. Als Reaktion darauf beantragte die Bahn einem Sprecher zufolge beim Arbeitsgericht Mainz einstweilige Verfügungen.

Bahn-Personalvorstand Margret Suckale sagte der Tageszeitung „Die Welt“, die Streiks sollten für unzulässig erklärt werden, weil für die Forderungen einer kleinen Gruppe von Mitarbeitern der Bahn und den Kunden ein riesiger Schaden zugefügt werden würde. „Wir müssen das tun, denn wenn sich die GDL mit ihrer Forderung nach nunmehr mindestens 31 Prozent mehr Lohn und einem Spartentarifvertrag durchsetzt, drohen Entlassungen und Fahrpreiserhöhungen.“

Bei der am Mittwoch angelaufenen Urabstimmung rechnet GDL-Chef Manfred Schell mit einer überwältigenden Mehrheit für einen Arbeitskampf. Damit kämen auf die Millionen Bahnkunden mitten in der Reisezeit Anfang August erhebliche Behinderungen zu.

Der Konzern bietet den 20 000 Lokführern und Zugbegleitern - wie den 140 000 anderen Beschäftigten - 4,5 Prozent mehr Lohn ab 2008 und eine Einmalzahlung von 600 Euro in diesem Jahr an. Die GDL fordert neben mehr Geld einen eigenen Tarifvertrag für das Fahrpersonal.

Ein Streik der Lokführer würde nach Berechnung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung der gesamten Volkswirtschaft einen Schaden von bis zu 500 Millionen Euro pro Tag zufügen. Suckale nannte die Zahl nachvollziehbar. So drohten nicht nur Pendlern Probleme, sondern auch den Firmenkunden im Güterverkehr. Hinzu kämen die Folgen für das Unternehmen selbst. Ein Arbeitskampf würde die Bahn mitten in der Hauptreisezeit treffen.

Suckale bekräftigte, mehr als die mit den beiden übrigen Gewerkschaften Transnet und GDBA ausgehandelten 4,5 Prozent Lohnerhöhung sei nicht drin, ohne dass über Rationalisierung und Fahrpreiserhöhungen intensiv nachgedacht werden müsse. Die Bahn will im nächsten Jahr an die Börse.

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