Tarifstreit
Bahner erwarten schnelle Lösung

Nach dem bundesweiten Streik am Freitag rechnet die Gewerkschaft der Lokführer (GDL) mit einem schnellen Ende des Tarifstreits. Sollte das nächste Angebot der Bahn ein ordentliches Gehaltsplus enthalten, würde kein Zug mehr ausfallen, teilte die GDL mit. Und trotz der verhärteten Fronten sind auch die Lokführer zu Kompromissen bereit.

HB HAMBURG. Im Tarifkonflikt mit der Bahn erwartet die Lokführergewerkschaft GDL ein tragfähiges Angebot des Unternehmens. „Ich rechne damit, dass uns die Bahn am Montag einen eigenständigen Tarifvertrag anbietet“, sagte GDL-Vorsitzender Manfred Schell der „Bild am Sonntag“. „Wenn dann noch ein ordentliches Gehaltsplus dabei ist, lassen wir unsere Forderung nach 31 Prozent mehr Lohn sofort fallen. Dann kann es eine schnelle Einigung geben - ohne dass noch ein einziger Zug ausfallen muss.“

Zugleich drohte Schell damit, den Arbeitskampf unbefristet fortzusetzen, sollte Bahnchef Hartmut Mehdorn der GDL nicht entgegenkommen. „Stellt sich Mehdorn auf stur, werden wir länger streiken, als es dem Bahn-Vorstand lieb sein kann. Der Arbeitskampf kommt die Bahn schließlich viel teurer als uns. Allein von den Streikkosten könnte man dann locker eine ordentliche Gehaltserhöhung für die Lokführer bezahlen.“

Der Chef des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, glaubt an ein baldiges Ende des Tarifstreits. „Irgendwann muss es doch einmal zu einer Einigung kommen“, sagte Naumann am Samstag im Inforadio vom RBB. Er glaube, beide Seiten hätten gemerkt, dass es „nichts bringt, wenn man weiterhin stur bleibt“. Im Falle weiterer Streiks sei jedoch die Geduld der Bahnkunden „sicher sehr schnell am Ende“, betonte er.

Kritik übte Naumann an der kurzfristigen Ankündigung der Streiks vom Freitag. „Unterhalb von 24 Stunden geht bei einem so komplexen System kaum etwas“, gab er zu bedenken. In weniger als einem Tag könne die Versorgung der Bahn-Bediensteten mit alternativen Dienstplänen nicht gewährleistet werden.

Nach dem Streik der Lokführer am Freitag erwartet die Bahn eine weitgehende Normalisierung des Zugverkehrs am Samstag.

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