Tarifstreit bei Bahn
GDL holt die Keule raus

Jetzt holt die Lokführergewerkschaft GDL die Keule raus: Im Januar will sie unbefristet im Personen- und Güterverkehr streiken. Die Bahn kassierte im Gegenzug alle Zugeständnisse wieder ein. Jetzt misch sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee – und warnt die Streithähne.

HB FRANKFURT. Nach dem Abbruch der Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn will die Lokführergewerkschaft GDL ab dem 7. Januar unbefristet im Personen- und Güterverkehr streiken. Die Arbeit soll so lange niederlegt werden, bis sich ein tragfähiges Tarifergebnis abzeichnet, wie GDL-Chef Manfred Schell am Donnerstag in Frankfurt am Main sagte. Die Bahn nahm daraufhin alle bisherigen Angebote zurück. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee forderte die Parteien zu erneuten Verhandlungen auf.

Reisende müssen laut GDL zumindest über Weihnachten und Neujahr keine Behinderungen befürchten. Die Bahn kann demnach den Ausstand ab 7. Januar auch nicht mehr mit einem neuen Angebot verhindern. „Diese Automatik wird es nicht mehr geben“, sagte Schell. „Wir werden die Streiks erst dann beenden, wenn wir uns sicher sind, dass wir uns auf gutem Weg zu einem vernünftigen Tarifabschluss befinden.“

Zuletzt hatte die GDL im November im Personen- und Güterverkehr gestreikt. Die Gewerkschaft geht davon aus, dass die Bahn auch im Januar wieder Beamte einsetzen will. „Je länger der Streik dauert, desto enger wird das Ganze“, sagte Sprecherin Gerda Seibert.

Schell warf Bahnchef Hartmut Mehdorn vor, sich von einem eigenständigen Tarifvertrag für die Lokführer verabschiedet zu haben. Nach neun Monaten Arbeitskampf habe das Unternehmen bei den letzten Gesprächen die Vereinbarungen abgelehnt. „Da haben wir gesagt: Das hat keinen Sinn mehr. Das ist Kasperle-Theater hoch drei.“

Die Deutsche Bahn wies Schells Vorwürfe zurück und kassierte als Reaktion auf die Ankündigung der GDL alle Angebote für Tariferhöhungen wieder ein. Der Konzernvorstand sehe sich „gezwungen, alle bisher gemachten Angebote und Zugeständnisse zurückzuziehen“, sagte Bahn-Personalvorstand Margret Suckale am Donnerstag in Berlin. Die für die Zeit vor Weihnachten zugesagten 800 Euro Einmalzahlung an GDL-Mitglieder würden nun nicht ausgezahlt. Es bestünden zwischen Bahn und GDL keine unüberbrückbaren Positionen, erklärte das Unternehmen.

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