Tarifstreit bei der Bahn
Lokführer verzichten vorerst auf Streiks

Die Lokführergewerkschaft GDL verzichtet bis einschließlich Sonntag auf neue Streiks. Das bedeutet aber nicht, dass sich im Tarifstreit der Bahn jetzt eine Entspannung abzeichnet. Die Lokführer hoffen vielmehr, dass sie bald mehr Möglichkeiten hat, den Arbeitgeber zu attackieren.

HB FRANKFURT. Man wolle das Urteil des Landesarbeitsgerichts in Chemnitz am Freitag über die Rechtmäßigkeit von Streiks auch im Güter- und Personenfernverkehr abwarten, teilte die GDL am Montag in Frankfurt mit. Für den Fall eines positiven Urteils kündigte die Gewerkschaft an, in der nächsten Woche zunächst nur den Güterverkehr zu bestreiken. Damit erhofft sich die Gewerkschaft mehr Druck auf den Arbeitgeber. Bislang darf die GDL nur bei Regional- und S-Bahnen streiken. Die Deutsche Bahn hat nach Darstellung der GDL das Ultimatum zur Vorlage eines neuen Angebots ungenutzt verstreichen lassen.

Die GDL hatte der Bahn bis zum heutigen Montag 15 Uhr eine Frist zur Vorlage eines neuen, verbesserten Angebotes gesetzt. Die Deutsche Bahn hatte aber mehrfach klargestellt, dass sie das Ultimatum ignorieren werde. „Die Bahn bietet uns weiterhin nichts an, als bereits geleistete Überstunden zu bezahlen und die Arbeitszeit im kommenden Jahr gegen entsprechende Vergütung um zwei Stunden zu erhöhen“, erklärte der GDL-Vize Claus Weselsky. „Auch was die Bahn als eigenen Tarifvertrag bezeichnet, ist nichts weiter als ein schlechter Witz.“

Die Gewerkschaft rief die Bahn dazu auf, „ein verhandlungsfähiges Angebot“ zu machen. „Um die Pendler nicht wieder in Mitleidenschaft ziehen zu müssen, hat die GDL heute beschlossen, trotz des fehlenden Angebots den Regionalverkehr diese Woche nicht mehr zu bestreiken“, heißt in der Mitteilung der Gewerkschaft.

Die GDL fordert für Lokführer und Zugbegleiter einen eigenständigen Tarifvertrag mit Einkommenserhöhungen bis zu 31 Prozent. Die Bahn will der GDL zwar einen Tarifvertrag mit speziellen Regelungen für Entgelt und Arbeitszeiten der Lokführer einräumen. Dieser müsse sich aber widerspruchsfrei in das bestehende Tarifwerk für alle Bahnbeschäftigten einfügen, verlangt der Konzern.

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