Tarifstreit dauert an
GDL will Bahnreisende an Weihnachten schonen

Die Verhandlungen von der Deutschen Bahn und der Lokführer-Gewerkschaft GDL sind gescheitert – womit der Weg für neue Streiks frei wäre. Doch die Weihnachstfeiertage sind für Ausstände tabu.

HB BERLIN. Nach Informationen der „Bild“-Zeitung aus Gewerkschaftskreisen will die GDL zumindest nicht über die Weihnachtsfeiertage streiken. Die GDL will auf einer Pressekonferenz um 14 Uhr in Frankfurt am Main mitteilen, ob und wann neuerliche Streiks drohen.

Auch der Vorsitzende der größten Bahngewerkschaft Transnet erwartet keine neuen Streiks zu Weihnachten. „Ich halte es für relativ unwahrscheinlich, dass eine Gewerkschaft in diesen wenigen Tagen vor Weihnachten die Gesellschaft - die Bürger - noch mit einem Streik belasten wird“, sagte Transnet-Chef Norbert Hansen am Donnerstag im ZDF. Zwischen den Jahren sei allerdings ein Ausstand „nicht undenkbar“.

Zuletzt hatten die Lokführer Mitte November gestreikt. An dem 62-stündigen Streik, der im Güterverkehr begann und dann auf den Personenverkehr ausgeweitet wurde, beteiligten sich laut GDL mehr als 10 000 Lokführer und Zugbegleiter.

Die Lokführergewerkschaft hatte am Mittwoch die gemeinsam mit Transnet und der Gewerkschaft GDBA geführten Tarifverhandlungen mit der Bahn überraschend abgebrochen. Einen Grund dafür nannte die GDL noch nicht. Sie will am Donnerstag auf einer Pressekonferenz über ihr weiteres Vorgehen informieren. Die Gewerkschaft verlangt einen eigenständigen Tarifvertrag.

Hansen sagte, der stellvertretende GDL-Vorsitzende Claus Weselsky habe ihm als Gründe für den Verhandlungsabbruch den Entwurf für die Kooperationsvereinbarung zwischen den Gewerkschaften und das Angebot der Bahn an sich genannt. Dies sei für ihn nicht nachvollziehbar, sagte Hansen. Zwar gebe es bei der Zuordnung der Beschäftigten zu den einzelnen Gewerkschaften noch Streit, aber in den Verhandlungen seien dazu Fortschritte erzielt worden. „Warum wir da nicht weiterreden können, ist mir nicht klar.“ Er hoffe nicht, dass damit nun das Modell eines Dachtarifvertrages und sechs berufsbezogener Tarifverträge zusammenbreche.

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