Tarifstreit
„Die Hoffnung stirbt zuletzt“

Im Tarifstreit bei der Bahn haben der Konzern und die Lokführergewerkschaft GDL die Verhandlungen wieder aufgneommen. Bahnchef Hartmut Mehdorn und der GDL-Vorsitzende Manfred Schell kamen am Montag in Berlin zusammen, um Möglichkeiten für eine Annäherung auszuloten. Ein echter Durchburch ist aber noch nicht in Sicht.

HB BERLIN. Die Bahn und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer verhandeln wieder: Nach wochenlangem Hin und Her haben sich Bahnchef Hartmut Mehdorn und der GDL-Vorsitzende Manfred Schell am Montag in Berlin getroffen. Mehdorn sagte beim Eintreffen im Tagungshotel, er gehe „wie immer optimistisch“ in die Verhandlungen. Schell sagte: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Auf dem Tisch liegt ein Angebot der Bahn, das die GDL vergangene Woche im selben Atemzug mit ihrer Zusage zu einem neuen Treffen als unzureichend bewertet hatte. Sie fordert einen eigenständigen Tarifvertrag und Entgelterhöhungen bis zu 31 Prozent. Die Bahn hatte vor rund zehn Tagen ein Angebot vorgelegt, das einschließlich bezahlter Mehrarbeit bis zu 13 Prozent höhere Einkommen bedeuten würde.

Zusätzlich hatte sie mit den anderen Gewerkschaften Transnet und GDBA am Donnerstag eine neue Tarifstruktur ausgehandelt, die unter anderem den Lokführern einen eigenen Tarifvertrag für Entgelt und Arbeitszeit ermöglichen würde. Dieser soll sich aber „konflikt- und widerspruchsfrei“ in das übrige Tarifwerk einfügen, wie es die Moderatoren Kurt Biedenkopf und Heiner Geissler im August formuliert hatten.

Die Streikdrohung hatte die GDL vergangene Woche bis Montag ausgesetzt. Schell hatte aber betont, das Treffen solle lediglich ausloten, wie ernst die Bahn die Forderung der Lokführer nach einem „eigenständigen“ Tarifvertrag nehme. Er hatte das Angebot als „Mogelpackung“ bezeichnet und der Bahn die Schuld an eventuell auf die Verhandlungen folgenden Streiks zugewiesen. Schells Stellvertreter Claus Weselsky hatte betont, die Streikkasse seiner Gewerkschaft sei gut gefüllt. „Die reicht solange, dass es niemand mehr aushält, da sind wir ganz sicher.“

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