Tarifstreit Flugbegleiter setzen Lufthansa Ultimatum

Ufo setzt im Tarifkonflikt noch einen drauf: Die Gewerkschaft streikt nicht nur am Dienstag, sie droht nun auch einen flächendeckenden Arbeitskampf an. Bis morgen soll die Lufthansa ein neues Angebot vorlegen.
16 Kommentare
Laut Ufo wird länger und an mehr Orten gestreikt als am Freitag. Quelle: dpa

Laut Ufo wird länger und an mehr Orten gestreikt als am Freitag.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo erhöht im Arbeitskampf mit der Lufthansa den Druck. „Wir geben der Lufthansa noch bis morgen, Dienstag, eine Chance. Dann muss sie sich auf flächendeckendere Streiks einstellen", sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies der „Bild“-Zeitung (Dienstagausgabe) laut Vorabbericht.

Ort oder Zeitpunkt des für Dienstag geplanten Ausstands wollten die Arbeitnehmervertreter noch nicht nennen. „Wir beobachten genau, wo die Lufthansa jetzt Vorbereitungen trifft und schlagen dann an einem anderen Ort zu. Der Nadelstich wird sitzen.“

Die Lufthansa muss sich warm anziehen. Am ersten Streiktag - dem Freitag - musste die Kranich-Linie 190 Flüge streichen - drei Mal so viel wie zunächst geplant. 26.000 Passagiere saßen am Frankfurter Flughafen fest, die Kosten dafür gehen nach Konzernangaben in die Millionen.

Nun will Ufo den Streik nicht mehr auf einen Flughafen beschränken. Wo und wann genau gestreikt wird, wollen die Arbeitnehmervertreter mindestens sechs Stunden vor Beginn des Ausstandes verraten. „Die Kurzfristigkeit der Ankündigung limitiert unsere Reaktionszeit enorm“, räumte ein Lufthansa-Sprecher ein. Passagiere könnten ihren Flug kostenfrei umbuchen.

Wenig Möglichkeiten hat die Airline, im Streikfall das fehlende Personal zu ersetzen. Ersatzcrews stehen kaum bereit und Tochter-Airlines wie Germanwings, die nicht bestreikt werden, haben nicht genug freie Plätze, um Tausende Lufthansa-Kunden aufzunehmen.

Eine Lösung des Tarifkonflikts ist nicht in Sicht. Beide Seiten reden derzeit nicht einmal miteinander. Das Unternehmen bietet ein Gehaltsplus von 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren. Allerdings sollen die Flugbegleiter dafür länger arbeiten. Ufo kämpft für fünf Prozent mehr Lohn über 15 Monate und gegen die Auslagerung von Stellen. Bei Deutschlands größter Fluglinie arbeiten 18.000 Stewards und Stewardessen.

  • rtr
Startseite

Mehr zu: Tarifstreit - Flugbegleiter setzen Lufthansa letztes Ultimatum

16 Kommentare zu "Tarifstreit: Flugbegleiter setzen Lufthansa letztes Ultimatum"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Das der Streik einer Fluggesellschaft die Passagiere trifft, sollte jetzt für jeden logisch denkenden Menschen klar sein. Und nach mehrmaligen Wiederholungen das es sich bei der Endstufe eines Pursers mit 20Jahren Betriebszugehörigkeit nicht um €7000 sondern um €4000 handelt, könnte man nun auch mal zur Kenntnis nehmen. Btw: ein solcher Purser trägt mit die Verantwortung für mehrere hundert Pasagiere und seine Flugbegleiter. Wenn es, Gott bewahre, zu einem Unfall käme bei dem die Kabinenbesatzung mangels Erfahrung und Qualifikation nicht die richtigen Maßnahmen ergreifen würde, dann wäre der Skandal groß. Frage mich, wenn es um Tote und Verletzte geht ist man dann immer noch sauer dass man seinen Urlaub 6 Stunden später antreten kann oder die Flugbegleiter unerhörter Weise gegen Auslagerung und Billiglöhne kämpfen.
    Immer schön an sich, den billigen Flug und den eigenen Komfort denken, die anderen sind mir doch schnurz!

  • Barrie

    Schuld an dem Dilemma ist doch die Politik, die mit ständig neuen Steuern die deutschen Luftfahrtunternehmen gegenüber anderen Fluggesellschaften schlechter stellt. Dazu kommt Misswirtschaft der Führung mit Fehleinkäufen anderer Airlines und verlustreichen Wiederverkäufen. Alles zu Lasten der Kleinen, die das Ansehen des Unternehmens hochhalten.

  • und was ist mit den Passagieren, die Ihren Jahresurlaub antreten wollen und auf den Kosten für Hotels und Leihwagen sitzen bleiben. Alles nur wegen einem überzogenen Streik, beim dem sich ein Gewerkschaftsboss profileiren will. Der arbeitet sicherlich auch für 2000€.

    Wem die Entlohnung/Arbeitsbedingen bei der Lufthansa nicht passen, kann sich ja einen bessern Job suchen. In der Gestronomie werden im Rhein Main gebiet bestimmt noch Servicekräfte gesucht, allerdings für weniger Geld und schlechtere Arbeitszeiten.

    Ich frage mich, wie man sich beschweren kann, wen man als Halbtagskraft 2 Fernflüge im Monat arbeiten muss, oder bei AirCanada im Vollzeitmodus 5 Flüge. Weiss ich zufällig von einem Bekannten.

  • 5% für die Mitarbeiter sind lt. Manager viel zu viel. Und wieviel Prozent haben sich die Manager genommen? Wieviel Prämien haben Sie sich genommen?

  • Manche die hier ihre Kommentare abgeben sollten erst überlegen bevor sie schreiben.
    Überbezahlt etc...
    Piloten vedienen das 5 fache und haben 2 Jahre Ausbildung.
    Banker verdienen das 10 fache und rauben die Bürger aus und über deren Bezahlung mosert auch niemand.Die Leute an Board haben einen verdammt schweren Job gerade durch solche nörgler wie sie hier ihre kommentare abgeben.

  • Sie haben nicht richtig gelesen. Der Einstieg liegt bei 20.000 pa brutto! Das sind übrigens weniger als 1.100 Euro monatlich netto. Die meisten Flugbegleiter haben zweit und dritt Jobs, damit sie im teuren Rhein-Main Gebiet überhaupt über die Runden kommen. Dieses Einstiegsgehalt steigt sehr langsam an. Man muss mindestens 8 Jahre fliegen, bis man ein Gehalt bekommt, von dem man leben kann. Das ist die Realität! 4.000 brutto monatlich kann man verdienen, wenn man etwa 15 bis 20 Jahre fliegt und es schafft Purser bzw. Purserette zu werden.

  • Es ist schon erstaunlich aus welch gefärbten Brillen man die Welt beurteilt, wenn mal wieder eine Splittergewerkschaft überzogene Forderungen stellt und dafür alle KUNDEN in Haftung nimmt.
    Die schlichten Fakten:
    Ein großer Teil der Hochschulabsolventen waeren froh derartige Einstiegs- bzw.Endgehäkter (Grundgehlat+ Zulagen+ Ausgleich) zu bekommen.
    Ein Purser (Gehalt: >7000 EUR), den man, wenn man Glück hat, nur als KUNDE mit SENATOR-Status mal zu Gesicht bekommt, wird entlohnt wie ein Hochschulprofessor oder ein Staatsbediensteter im "Hoeheren Dienst"...
    Da schmecht doch gleich der Kaffee aus dem Pappbecher im Flieger viel besser ....

  • Naja,
    Bei Lufthansa, Air Berlin,Tui und Co ist ohnehin ein Stellenabbau geplant , so wird er nur noch beschleunigt .
    Wir haben ja die Ticketsteuer !

  • Ja knapp 50.000 € p.a. als Einstieg ist schon eine Stange Geld. Wir sprechen hier - trotz gewisser Verantwortung - von angelernten Servicekräften mit ein paar Wochen Ausbildung. Auf diesem Gehaltsniveau spielen sonst FH-Professoren oder qualifizierte Polizeibeamte im höheren Dienst. Unter diesen Bedingungen würde ich als Flugbegleiter zufrieden in Deckung gehen und die Öffentlichkeit nicht gerade suchen!

  • @ Frankie:

    Glauben sie mir; wenn sie an Bord eines Flugzeuges plötzlich krank werden oder (mitunter schwer) verletzt sind weil es heftige Turbulenzen gegeben hat und niemand sie darauf hingewiesen hat daß sie vergessen haben sich anzuschnallen; wenn es eine Notlandung gibt oder gar eine Evakuierung notwendig ist: da helfen Ihnen ein selbst gekauftes schlechtes Sandwich und ein Wasser auch nicht weiter. Flugbegleiter schon.....

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%