Tarifstreit
Lokführer streiken am Freitag 22 Stunden

Die Lokführergewerkschaft GDL hat den für Freitag geplanten Streik offiziell bestätigt. Dieses Mal dauert die Arbeitsniederlegung deutlich länger als der letzte Ausstand. Unterdessen scheint eine Einigung zwischen Bahn und GDL in weiter Ferne.

HB KÖLN. Man werde die Arbeit im Nahverkehr von 02.00 morgens bis 24.00 Uhr niederlegen, sagte der stellvertretende GDL-Chef Claus Weselsky am Donnerstagnachmittag im Sender n-tv. Die GDL hatte zugesagt, einen Ausstand jeweils am späten Nachmittag vor einem Streiktag anzukündigen, damit sich die Bürger darauf einstellen können.

Die Streikplanungen waren zuvor durch ein Flugblatt der Gewerkschaft bekanntgeworden, das der Nachrichtenagentur AP vorlag. Auf Einladung des Aufsichtsrates der Bahn kommen am Nachmittag Konzernchef Hartmut Mehdorn und GDL-Chef Manfred Schell zu einem Spitzentreffen zusammen.

Am Donnerstag hatte die GDL auf Arbeitsniederlegungen verzichtet. Auf Einladung des Aufsichtsratsvorsitzenden der Bahn, Werner Müller, kommen Bahn-Vorstandschef Hartmut Mehdorn und der GDL-Vorsitzende Manfred Schell am Donnerstagnachmittag in Berlin mit dem Aufsichtsratspräsidium zusammen. Die Gewerkschaft hatte zuvor ihre Forderung nach einem eigenständigen Tarifvertrag bekräftigt.

Die Gewerkschaft und Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee warnten vor überzogenen Erwartungen an das Treffen. Sollte die Unterredung ein positives Signal ergeben, „muss man halt gucken“, sagte GDL-Sprecherin Gerda Seibert. Verkehrsminister Tiefensee dämpfte ebenfalls „die hochfliegenden Hoffnungen“, die in der Öffentlichkeit geweckt worden seien. Es gehe lediglich um eine Information des Bahn-Aufsichtsratspräsidiums durch die Tarifpartner und Beratungen darüber, „wie es in den nächsten Tagen vorangehen könnte“, sagte der SPD-Politiker in Berlin. Es handele sich nicht um eine Schlichtung oder gar Tarifverhandlungen. Generell begrüße er das Treffen.

Die Spitzenrunde war von Aufsichtsratschef Werner Müller initiiert worden. An ihr nehmen auch der Chef der größten Bahn-Gewerkschaft Transnet, Norbert Hansen, sowie ein Vertreter der Bundesregierung teil. Tiefensee hatte den Wunsch der GDL abgelehnt, die Regierung solle vermittelnd eingreifen. Da die Bahn noch in Staatbesitz ist, hat die Regierung einen Sitz im Aufsichtsrat. Auch Hansen hängte die Erwartungen tief: „Ich habe doch zumindest die Hoffnung, dass nach diesem Gespräch zwischen der Bahn AG und der GDL wieder eine Verhandlungssituation geschaffen werden kann.“, sagte er dem Nachrichtensender N-TV.

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