Tarifstreit
Lufthansa erzielt Einigung mit Flugbegleitern

Mit der Pilotengewerkschaft liegt die Lufthansa noch im Clinch – mit den Flugbegleitern erreicht sie dagegen eine Einigung über weniger Personal auf einer billigeren Langstrecke. Auch die Piloten sind verhandlungsbereit.
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Frankfurt/MainEine Baustelle weniger für die streikgeplagte Lufthansa: Mit der Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO ist der Airline eine tarifliche Einigung für die geplanten billigeren Verbindungen auf der Langstrecke gelungen. Europas größte Fluggesellschaft entwickelt derzeit ein kostengünstigeres Fernreiseangebot. UFO hat sich einer Unternehmensmitteilung zufolge bereiterklärt, auf den ohne First Class vorgesehenen Flügen mit weniger Personal auszukommen.

Einen Etappenerfolg erreichte die Lufthansa auch bei ihrem Streit mit der Pilotenvereinigung Cockpit (VC) über Vorruhestandsregelungen. Die Pilotengewerkschaft sagte einen für Dienstag geplanten achtstündigen Streik am Flughafen Frankfurt kurzfristig ab und will nun verhandeln.

Die Vereinbarung mit UFO führe bei den kostengünstigeren Langstreckenflügen unter der Marke Lufthansa zu einer Kostenreduzierung in der Kabine von 20 Prozent, teilte die Airline am Dienstag mit. Eingesetzt würden bis zu 14 ältere Jets von Typ Airbus A 340-300, die jeweils nur 18 Sitze in der Business Class erhalten und vor allem zu touristisch interessanten Zielen fliegen sollen. Auf diesen Strecken werden wenig Geschäftsreisende erwartet. Bei weiteren Tarifthemen habe man Diskussionsprozesse vereinbart, hieß es.

Mit der VC vereinbarte die Lufthansa neuerliche Tarifgespräche zu der umstrittenen Übergangsversorgung, wie ein Unternehmenssprecher zudem bestätigte. Einen genauen Termin nannte er nicht. Der Flugbetrieb lief am Dienstag bis auf kleine Verschiebungen reibungslos.

Cockpit begründete die überraschende Streikabsage vom Montagabend damit, neue Gespräche mit Lufthansa anzustreben. Allerdings hatte die Airline vorher angekündigt, alle 40 vom Streik bedrohten Überseeflüge auch ohne VC-Piloten durchführen zu können. Die fünfte Streikwelle wäre damit ins Leere gelaufen.

Zu den bislang 4300 ausgefallenen Flügen mit rund 480 000 betroffenen Passagieren kamen so vorerst keine weiteren hinzu. Der Konkurrent Air France musste hingegen wegen eines ähnlich gelagerten Pilotenstreiks rund 60 Prozent seiner Flüge absagen.

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