Tarifstreit mit der Bahn
Lokführer erwarten breite Streik-Front

Am Mittwoch beginnt bei der Bahn die Urabstimmung im laufenden Tarifstreit. Die Spitze der Gewerkschaft Deutscher Lokführer (GDL) rechnet damit, dass deutlich mehr als die erforderlichen 75 Prozent der Mitglieder für einen unbefristeten Streik bei der Bahn stimmen.

HB FRANKFURT. „Wir kommen über 90 Prozent“, sagte Vize-GDL-Chef Günther Kinscher der „Hessischen/Niedersächsischen Allgemeinen“ in Kassel. Mögliche Arbeitskampfmaßnahmen würden aber vorab bekannt gemacht. „Es bleibt dabei. Es gibt keinen Streik ohne vorherige Ankündigung.“ Das Ergebnis der Urabstimmung unter den rund 12 000 in der GDL organisierten Lokführern und Zugbegleitern soll am 6. August vorliegen. Wenn eine Zustimmung von mindestens 75 Prozent erreicht wird, könnte ein Streik für deutlich höhere Einkommen beginnen.

Die GDL hatte nach ergebnislosen Verhandlungen mit der Deutschen Bahn AG vergangene Woche angekündigt, womöglich ab übernächster Woche zu streiken. Die Gewerkschaft hat das Angebot der Bahn abgelehnt, den mit den anderen beiden Bahn-Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbarten Abschluss mit einer 4,5-prozentigen Gehaltserhöhung und einer Einmalzahlung von 600 Euro zu übernehmen. Die GDL fordert stattdessen einen eigenen Tarifvertrag und Erhöhungen bis zu 31 Prozent.

Am Wochenende hatte sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel in den Tarifstreit eingeschaltet und die Tarifpartner zu Verantwortung gemahnt. Die Wirtschaft warnte vor Störungen in der Produktion und „erheblichen Konsequenzen“ eines Streiks, der die Bahnkunden zudem mitten in der Ferienzeit treffen würde.

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