Tarifstreit zwischen Bahn und GDL
Entwarnung für Bahnreisende für Montag und Dienstag

Die Lokführergewerkschaft GDL schließt weitere Streiks in der kommenden Woche nicht aus – am Montag und Dienstag jedoch können sich Bahnreisende erst einmal darauf einstellen, dass alles nach Plan läuft. Am Freitagvormittag hatten die Lokführer den Nahverkehr weitgehend zum Erliegen gebracht. Selbst über das Ausmaß der Ausfälle sind sich Bahn und GDL nicht einig.

HB FRANKFURT/MAIN. Ab Mittwoch könnte wieder gestreikt werden, wenn die Bahn am Montag kein tragfähiges Angebot vorlege, sagte GDL-Chef Manfred Schell am Freitag in Frankfurt. Die Mitglieder der Gewerkschaft hätten bereits den Eindruck, dass der Arbeitgeber nur auf Zeit spielen wolle.

Unterdessen hat der Streik der Lokführer am Freitagvormittag den Nahverkehr in Teilen Deutschlands weitgehend zum Erliegen gebracht. Nur etwa die Hälfte der Regionalzüge und S-Bahnen fuhren, wie die Bahn mitteilte. Die Folgen des Streiks waren aber regional sehr unterschiedlich. Bis 9.00 Uhr seien bereits 1700 Züge ausgefallen. Rund 1500 Lokführer, die bei der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) organisiert sind, traten nach Angaben der Bahn in den Ausstand.

GDL-Chef Manfred Schell bezeichnete den Arbeitskampf als vollen Erfolg. Entgegen der Bahn-Angaben geht Schell davon aus, dass rund 85 Prozent des Nahverkehrs ausgefallen sind. Seit 2.00 Uhr morgens hatten Lokführer ihren regulären Dienst nicht angetreten. Da mehr Pendler als sonst mit dem Auto fuhren, gab es massive Staus um die meisten Großstädte.

Bahn-Vorstand Karl-Friedrich Rausch appellierte an die Gewerkschaft, „an die Kunden zu denken und die unsinnigen Streiks zu beenden.“ Die Bahn habe schließlich für kommenden Montag ein neues Tarifangebot zugesagt. Die GDL schließt unterdessen weitere Streiks in der kommenden Woche nicht aus. Ab Mittwoch könnte wieder gestreikt werden, wenn die Bahn am Montag kein tragfähiges Angebot vorlege, sagte Schell. Die Mitglieder der Gewerkschaft hätten bereits den Eindruck, dass der Arbeitgeber nur auf Zeit spielen wolle. Er forderte die Bahn nochmals zu einem „tragbaren Angebot“ am Montag auf. Werde das tatsächlich vorgelegt, werde die GDL bis Ende Oktober auf Streiks verzichten, bekräftigte Schell in Frankfurt.

Schell fügte hinzu, mit Arbeitskampf auf der einen und Verweigerungshaltung auf der anderen Seite sei die Auseinandersetzung nicht zu gewinnen. Entscheidend sei für die GDL der geforderte eigenständige Tarifvertrag. „Die 31 Prozent sind dabei nicht relevant“, sagte Schell. Zuletzt hatte die GDL eine Einkommenssteigerung in dieser Höhe verlangt. Die Bahn hat bislang einen eigenen Tarifvertrag mit der GDL ausgeschlossen.

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