Tarifverhandlungen: Erneut Streiks am Flughafen Köln/Bonn

Tarifverhandlungen
Erneut Streiks am Flughafen Köln/Bonn

Die Fluggäste am Flughafen Köln/Bonn müssen sich wieder auf Verspätungen und Flugausfälle einstellen: Das Sicherheitspersonal ist am Freitag erneut in Streik getreten. Bereits am frühen Morgen fielen knapp 50 Flüge aus.
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Düsseldorf/KölnWegen erneuter Streiks des Sicherheitspersonals müssen sich Fluggäste in Köln/Bonn wieder auf Behinderungen einstellen. Rund 150 Mitarbeiter privater Sicherheitsdienste legten am Freitagmorgen an dem Flughafen die Arbeit nieder. Im Laufe des Tages sollte die Zahl auf etwa 220 Streikende steigen, kündigte Verdi-Sprecher Özay Tarim an. Das seien – bis auf wenige Kräfte mit befristeten Verträgen – nahezu alle Beschäftigten der verschiedenen Schichten.

Seit dem frühen Morgen fielen etliche Flüge aus. Allein Germanwings strich nach eigenen Angaben 26 abfliegende und ankommende Maschinen, Air Berlin 17 Flüge. Fluggesellschaften hätten bereits insgesamt 49 Starts und 21 Landungen gestrichen, teilte der Flughafenbetreiber am Morgen mit. In der Zeit von vier Uhr bis sieben Uhr hätten 15 Abflüge auf den Flugplan gestanden, lediglich vier Maschinen konnten starten. Derzeit sei nur eine Kontrollstelle für Reisende in den Terminals geöffnet. „Es muss im Laufe des Tages mit erheblichen Beeinträchtigungen des Flugverkehrs gerechnet werden“, warnte die Flughafengesellschaft. Der aktuellen Information des Flughafens zufolge waren knapp 50 Flüge annulliert.

In den beiden Terminals war nur eine Sicherheitsschleuse geöffnet, sagte Tarim. Die Streikenden hätten sich mit Warnwesten und Transparenten vor dem Sicherheitsbereich aufgestellt.

Im Tarifkonflikt der privaten Sicherheitsdienste hatte die Gewerkschaft Verdi nach ergebnislos gebliebenen Gesprächen mit den Arbeitgebern die Beschäftigten am Flughafen Köln-Bonn für Freitag zu einem ganztägigen Ausstand aufgerufen. Es gebe kein neues Angebot der Arbeitgeber, hatte Verhandlungsführerin Andrea Becker gesagt. Die bisherigen Warnstreiks hätten „offenbar nicht genug Wehen erzeugt, um ein neues Angebot zu gebären“.

Die Passagiere an den Flughäfen werden von sogenannten Luftsicherheitsassistenten kontrolliert – sie sind Angestellte von Firmen, die die Aufgabe im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten in der Stunde 8,23 Euro. Verdi fordert zwischen 2,50 Euro und 3,64 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung „völlig überzogen“.

In den vergangenen Wochen hatte die Gewerkschaft Verdi mit Streiks der Sicherheitsleute sowohl in Köln/Bonn als auch am größten nordrhein-westfälischen Flughafen in Düsseldorf wiederholt für massive Behinderungen gesorgt. Verdi spricht davon, die insgesamt 34 000 Beschäftigten der Branche in NRW „aus dem Niedriglohnsektor“ herausholen zu wollen. Die Arbeitgeber dagegen warfen der Gewerkschaft im Lauf der Gespräche vor, mit falschen Zahlen zu operieren.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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