Tarifverhandlungen
Fahrplan für Kabinenpersonale bei Lufthansa steht

Die Lufthansa tritt in weitergehende Tarifverhandlungen mit ihrem Kabinenpersonal ein. Ein Fahrplan steht, Arbeitsgruppen werden gebildet. Eine schnelle Einigung ist aber nicht zu erwarten.
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FrankfurtIm Tarifstreit mit ihrem Kabinenpersonal hat sich die Lufthansa mit der Gewerkschaft UFO auf einen Fahrplan für die kommenden Monate verständigt. Dabei sollen Arbeitsgruppen jetzt Vorschläge für eine Vielzahl von Tarifverträgen unterbreiten, wie die Lufthansa am Mittwoch mitteilte. Lufthansa-Chef Carsten Spohr benötigt auch die Zustimmung des Kabinenpersonals, um seine Pläne für den Umbau des Konzerns und zur Gründung neuer Billigfluglinien umsetzen zu können. Eine schnelle Einigung ist nicht in Sicht: Die Verhandlungen mit der Unabhängigen Flugbegleiterorganisation (UFO), die die Interessen von rund 18.000 Stewardessen und Stewards der Lufthansa vertritt, sollen bis Ende Dezember 2015 abgeschlossen werden.

Spohr will mit neuen Billig-Töchtern den schnell wachsenden Rivalen wie Easyjet oder Ryanair die Stirn bieten. Ab dem nächsten Frühjahr will die Traditions-Airline im Europa-Verkehr unter der Marke Eurowings günstigere Flüge anbieten. Auch auf der Langstrecke plant die Lufthansa eine neue Billig-Marke, entweder im Alleingang oder mit einem Partner. Laut Ufo sehen Spohrs Pläne unter anderem vor, dass das Lufthansa-Personal zu 20 Prozent geringeren Kosten auf abgeschriebenen Maschinen vom Typ Airbus A340 fliegen soll.

Die Lufthansa setzt nun auf eine Paketlösung. Gegenstand der Gespräche sind sowohl Versorgungstarifverträge, als auch derzeit ungekündigte Tarifverträge wie der Vergütungs- oder der Manteltarifvertrag, wie die Lufthansa erklärte. Auch die Möglichkeit, 14 Langstreckenflugzeuge kostengünstiger zu betreiben, sei Thema. Weitere Themen sind die betriebliche Altersversorgung, Gehälter und Bonussysteme und das Wachstum des Konzerns außerhalb der Kernmarke.

Inhaltlich liegen UFO und die Lufthansa derzeit noch weit auseinander. Bei Bedarf wollen die beiden Tarifparteien einen Moderator hinzuziehen. Ist bis zum 15. Januar 2015 noch keine Lösung gefunden, soll der Tarifkonflikt nur mit einer Einigung oder Schlichtung beendet werden können.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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