Tarifverhandlungen gescheitert
Verdi droht Lufthansa mit Ferien-Streiks

Die Tarifverhandlungen für 52 000 Beschäftigte der Deutschen Lufthansa am Boden und in der Kabine sind gescheitert, wie Unternehmen und Gewerkschaft am Donnerstag mitteilten. Verdi droht dem Unternehmen jetzt mit Streiks während der Ferienzeit.

HB FRANKFURT. Verdi wolle am kommenden Montag die Urabstimmung einleiten, sagte Verhandlungsführer Erhard Ott am Donnerstag. Dies könne etwa zehn Tage dauern. Unmittelbar nach dem Auszählen der Stimmen wolle Verdi mit Arbeitskampfmaßnahmen beginnen. In deren Folge drohen massive Flugausfälle zur Hauptreisezeit, die Tausende Reisende betreffen könnten. Verdi geht davon aus, dass die Streikbereitschaft ihrer Mitglieder sehr hoch ist.

Die Lufthansa hat einen möglichen Aufruf zu Streiks durch die Gewerkschaft als "völlig unverhältnismäßig" zurückgewiesen. Verdi sollte sich noch einmal überlegen, ob sie wirklich Urlauber mitten in Feriensaison mit Streiks treffen wolle, sagte Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer nach dem Scheitern der Tarifverhandlungen. Das Angebot der Lufthansa sei "sehr gut" gewesen und das Unternehmen habe sich in den Verhandlungen für die rund 50 000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine "deutlich bewegt".

Lufthansa hatte zuletzt angeboten, die Gehälter in zwei Schritten um insgesamt 6,7 Prozent zu erhöhen. Zusätzlich würde einmalig ein Prozent eines Jahresgehalts gezahlt. Die Laufzeit des Vertrages soll 21 Monate bis Ende Februar 2010 betragen. Verdi kritisierte, dies spiegle nicht die wirtschaftlichen Perspektiven des Unternehmens wieder, das im laufenden Jahr an das Rekordergebnis aus 2007 anknüpfen will. Verdi-Sprecher Harald Reutter sagte: „Bei Lufthansa war kein Einigungswille erkennbar.“ Auch das geänderte Lufthansa-Angebot habe gerade einmal die Steigerung der Lebenshaltungskosten ausgeglichen und den Nachholbedarf der Beschäftigten nicht berücksichtigt. Die Gewerkschaft hatte knapp zehn Prozent mehr Geld bei einem Jahr Laufzeit gefordert.

Mit zum Scheitern der Verhandlungen beigetragen hat möglicherweise auch die komplexe Tarifstruktur bei den Flugbegleitern. Verdi vertritt nur noch einen kleinen Teil der Flugbegleiter, hatte aber dennoch auf einen raschen Abschluss gepocht. Der Großteil des Kabinenpersonals wird von der Unabhängigen Flugbegleiter-Organisation (UFO) vertreten. Deren Tarifvertrag läuft jedoch noch bis zum Jahresende - die Gewerkschaft ist deshalb noch in der Friedenspflicht und wollte nicht an den Verhandlungen teilnehmen, solange sie auf Streiks verzichten muss. Lufthansa wollte sich ihrerseits nicht auf zwei verschiedene Abschlüsse für das Kabinenpersonal einlassen.

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