Tarifverhandlungen sollen bald ein Ergebnis bringen
Lufthansa erwägt Preiserhöhung

Die Deutsche Lufthansa schließt einen weiteren Zuschlag oder eine Preiserhöhung wegen der steigenden Kerosinkosten nicht aus. Vorstandschef Wolfgang Mayrhuber will sich darüber bald mit seinen Kollegen beraten. Mit dem aktuellen Rekordniveau von 50 Dollar pro Barrel Öl hatte die Fluglinie nicht gerechnet, hieß es am Mittwoch.

HB DAMRMSTADT. „Ich schließe jetzt überhaupt nichts mehr aus“, sagte Mayrhuber am Mittwoch in Darmstadt am Rande einer Veranstaltung. Bei der Einführung eines Kerosinzuschlages im Sommer habe Lufthansa nicht erwartet, dass der Rohölpreis auf das aktuelle Rekordniveau von über 50 US-Dollar pro Barrel (159 Liter) klettern würde. „Ich werde das jetzt mit meinen Kollegen beraten“, sagte Mayrhuber.

Die Lufthansa hatte als eine der letzten großen Fluggesellschaften als Reaktion auf die gestiegenen Preise für Rohöl und Kerosin im August einen Treibstoffzuschlag erhoben. Seither müssen Flugreisende für innerdeutsche und innereuropäische Flüge vorerst einen Kerosinzuschlag von zwei Euro pro Streckenabschnitt zahlen. Für Langstreckenflüge, bei denen der Anteil der Treibstoffkosten an den Gesamtkosten des Fluges höher ist, beträgt der Zuschlag 7 Euro.

Gleichwohl bleibe Lufthansa weiterhin im großen Umfang über das so genannte Hedging gegen die starken Preisschwankungen abgesichert, sagte Mayrhuber. Für das erste Quartal 2005 habe Lufthansa bereits die Quote diesen Jahres von 90 Prozent des Treibstoffbedarfs preislich gesichert, für das zweite Quartal 50 Prozent, sagte Mayrhuber. Allerdings hat Lufthansa auch bei einer Preisabsicherung bei steigendem Treibstoffpreis höhere Kosten, allerdings geringer als ohne Hedging.

Mayrhuber forderte erneut eine baldige Entscheidung in den seit mittlerweile fast einem Jahr laufenden Tarifgesprächen mit den Gewerkschaften. „Ich drohe nicht, aber ich muss handeln“, sagte er unter Hinweis auf Zeitungsberichte, wonach er angedroht habe, Flugverkehr auf günstigere Partner zu verlagern, wenn die erforderlichen Personalkostensenkungen bei Lufthansa nicht erreicht werden könnten.

Die drittgrößte europäische Fluggesellschaft sei mit ihren Kostensenkungsmaßnahmen gut vorangekommen. Von dem für 2004 geplanten Einsparvolumen von 430 Millionen Euro habe Lufthansa bereits 320 Millionen Euro erreicht, sagte Mayrhuber. Nur im Personalbereich hänge man noch etwas hinterher. Dort seien von den eingeplanten 105 Millionen Euro Kostensenkungen erst knapp die Hälfte (49 Prozent) erreicht worden. Dass es beim Personal etwas länger dauern werde, sei klar gewesen. Doch jetzt müsse einmal Bilanz gezogen werden. Lufthansa wolle wachsen, brauche aber dafür eine Entscheidung, wie dies im innereuropäischen Flugverkehr so kostengünstig wie möglich machbar sei.

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