Tarifverhandlungen
Streit zwischen Bahn und Lokführern wird schärfer

Der Tarifstreit der Deutschen Bahn und der Lokführergewerkschaft GDL nimmt wieder an Schärfe zu. Die Gewerkschaft machte am Dienstag mit einer neuen Streikdrohung Druck.

HB BERLIN. Die Gewerkschaft habe die Schlichter Heiner Geißler und Kurt Biedenkopf zur nächsten Gesprächsrunde am Donnerstag dazugebeten, teilte die GDL am Dienstag mit. Ursache seien Meinungsverschiedenheiten mit dem Konzern über die Auslegung des Schlichtungsergebnisses, durch das Ende August Streiks zunächst abgewendet und neue Verhandlungen ermöglicht worden waren.

Nach Darstellung der GDL sind für Donnerstag Tarifverhandlungen mit den Moderatoren geplant. Die Bahn widersprach jedoch. „Wir führen keine Tarifverhandlungen unter Einbeziehung der Moderatoren“, sagte Bahn-Verhandlungsführer Werner Bayreuther. „Wenn es am Donnerstag zu einem Gespräch mit den Moderatoren kommen sollte, dann werden es garantiert keine Tarifverhandlungen sein.“ Biedenkopf habe der Bahn den Gesprächswunsch der GDL übermittelt. Die Bahn ihrerseits wünsche, dass an dem Gespräch dann auch die Tarifgemeinschaft von Verdi und GDBA teilnehme. Bis zum späten Nachmittag habe es noch keine Zusage der Vermittler gegeben, dass es dazu komme.

Die GDL drohte gleichwohl mit Streiks. „Wenn die Tarifverhandlungen am Donnerstag erneut ergebnislos verlaufen, besteht keine Möglichkeit mehr, bis zum 30. September zu einem Ergebnis zu kommen“, warnte GDL-Chef Manfred Schell: „Dann provoziert die DB wieder Arbeitskämpfe.“ Grund für den Unmut sei die Forderung der Bahn, dass die GDL für ihren Lokführertarifvertrag zunächst ein Kooperationsabkommen mit der Tarifgemeinschaft aus den Konkurrenz-Gewerkschaften Transnet und GDBA vereinbare. „Dies sieht das Moderatorenergebnis jedoch nicht vor, und deshalb lehnen wir das ab“, erklärte Schell.

Die GDL fordert für die Lokführer der Bahn einen eigenen Tarifvertrag mit einem Einstiegsgehalt von 2 500 statt bisher knapp 2 000 Euro, in das auch bestimmte Zulagen integriert werden sollen. Darüber hinaus verlangt sie eine Senkung der Arbeitszeit um eine Stunde. Die letzte Verhandlungsrunde am vergangenen Donnerstag hatte nach GDL-Angaben keine Fortschritte gebracht.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%