Tarifverträge mit Kabinenmitarbeitern gekündigt - Hohe Treibstoffpreise und magere Auslastung zwingen zu härterem Sparkurs
Swiss legt sich nun auch mit Flugpersonal an

Die Schweizer Fluggesellschaft Swiss spart weiter. Nach den Tarifverträgen mit dem Bodenpersonal will die Arbeitgeberseite auch die Vereinbarungen mit den etwa 3 100 Mitarbeitern in den Kabinen kündigen – zum Ende des nächsten Jahres.

oli ZÜRICH. Grund für diesen Schritt ist die nach wie vor schlechte Ertragslage der Fluggesellschaft. Sie hatte zwar im dritten Quartal dieses Jahres erstmals in ihrer kurzen Geschichte einen Betriebsgewinn von umgerechnet rund 13 Mill. Euro erzielt. Swiss-Chef Christoph Franz kommentierte die Zahlen jedoch so: „Das Resultat im traditionell stärksten, dem dritten Quartal, liegt trotz positivem Betriebsergebnis unter unseren Erwartungen.“ Damit bereitete er bereits im vergangen Monat den Boden für die jetzt einsetzenden Verhandlungen mit dem Personal.

Die zuständige Gewerkschaft Kapers kritisierte die Vertragskündigungen scharf und drohte indirekt mit einem Streik: Die Entscheidung zeige, dass die Swiss wenig vorausschauend handle und damit den vertraglich festgelegten Arbeitsfrieden leichtfertig aufs Spiel setze. Die Kündigung sorge für zusätzliche Verunsicherung, seien doch die Prozesse während der Laufzeit bereits mehrmals massiv zugunsten der Firma optimiert worden. Kapers spricht damit insbesondere die Dienstpläne und -zeiten an, die die Arbeitgeberseite in den vergangenen Wochen mehrmals überarbeitet hat.

Ende September hatte die Swiss bereits die Gesamtarbeitsverträge für das Bodenpersonal gekündigt. Diese laufen am 30. März 2005 aus. Swiss-Finanzchef Ulrik Svensson hat darüber hinaus bereits angekündigt, dass auch die Piloten für die gleiche Bezahlung künftig mehr arbeiten müssten. Es werde auch zu einem Stellenabbau kommen, sagte er im September, ohne allerdings Zahlen zu nennen.

Die Situation spitzt sich zu, weil der Swiss die Kosten einmal mehr davonzulaufen drohen. Nicht nur die steigenden Treibstoffpreise tragen dazu bei. Auch die Auslastung im Europageschäft ist nach Einschätzung des Konzerns „ungenügend“. Vor allem im dritten Quartal fiel die Sitzauslastung im Vergleich mit der Vorjahresperiode auf kurzen Strecken deutlich ab. Insgesamt musste die Swiss auf den europäischen Strecken im dritten Quartal einen Rückgang der Auslastung um 2,8 Prozentpunkte auf 65,7 Prozent hinnehmen. Das Ergebnis ließ sich auch durch Preissenkungen nicht verbessern. Verglichen mit den ersten neun Monaten des Jahres 2003 sank der Durchschnittsertrag pro verkauftem Sitzkilometer auf den Europastrecken um 5,2 Prozent.

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