Tarifvertrag für Bodenpersonal

Lufthansa und Verdi einigen sich

Carsten Spohr hat eine Tarifbaustelle weniger: Die Lufthansa einigt sich mit Verdi auf einen neuen Tarifvertrag für das Bodenpersonal. Die dicken Bretter muss der Lufthansa-Chef aber mit dem fliegenden Personal bohren.
Update: 28.11.2015 - 17:17 Uhr
Vor allem die betriebliche Altersvorsorge war ein Streitpunkt zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft. Offenbar konnte eine Einigung erzielt werden. Quelle: dpa
Betriebsrente

Vor allem die betriebliche Altersvorsorge war ein Streitpunkt zwischen der Lufthansa und der Gewerkschaft. Offenbar konnte eine Einigung erzielt werden.

(Foto: dpa)

Berlin/FrankfurtDie Lufthansa und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Tarifabschluss für die rund 33.000 Beschäftigten am Boden geeinigt. Damit hat der Konzern eine seiner zahlreichen Tarifkonflikte beigelegt. Wie Verdi und das Unternehmen am Samstag mitteilten, gab es zudem eine Verständigung beim schwierigen Thema der betrieblichen Altersversorgung - ein Knackpunkt auch beim fliegenden Personal, also bei den Piloten und dem Kabinenpersonal. Hier ist eine Einigung aber bisher noch nicht in Sicht.

Am 2. Dezember wollen Lufthansa und die Gewerkschaften auf einem sogenannten Job-Gipfel über die verfahrene Tarifsituation im Konzern sprechen. Dabei bleibt es auch, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle am Samstag. „Der Job-Gipfel ist getrennt von allen Tarifverhandlungen zu sehen“. Bei dem Treffen gehe es darum, zu erörtern, wie die Beschäftigten angesichts des Umbaus der Lufthansa „mitgenommen werden“ könnten. Bisher habe der Konzern zu wenig getan.

Der Streit um den Umbau der Airline, bei dem Arbeitsplätze zur Billigtochter Eurowings und ins Ausland verlagert werden, bestimmt derzeit im Hintergrund alle Verhandlungen zwischen Gewerkschaften, Beschäftigten und dem Konzern. Die Flugbegleiter hatten erst vergangene Woche einen weiteren Streik des Kabinenpersonals abgesagt. Der Tarifkonflikt beim fliegenden Personal dürfte sich aber kaum so geräuschlos lösen lassen, wie das nun beim Bodenpersonal gelang.

Für die Beschäftigten dort gibt es nun eine Regelung und mehr Geld. Alle Beschäftigten der sogenannten Bodendienste bei Lufthansa und den Töchtern Lufthansa-Systems, der Lufthansa-Service GmbH (LSG), der Lufthansa Technik und Lufthansa Cargo bekommen für die Monate April bis Dezember 2015 eine Einmalzahlung in Höhe von 2250 Euro. Daneben wird nach Angaben von Verdi die Bezahlung zum 1. Januar 2016 und zum 1. Januar 2017 um je 2,2 Prozent angehoben.

„Kein Beschäftigter bei Lufthansa muss daher irgendwelche Abstriche bei der Rente machen“, sagte Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle der Mitteilung zufolge. Auch Personalvorständin Bettina Volkens zeigte sich zufrieden mit dem Ergebnis. „Gleichzeitig können wir durch den neuen Tarifvertrag langfristig unsere Risiken und Kosten für die Altersversorgung senken“, sagte sie laut Mitteilung.

Welche Airlines besonders viel mit Extras verdienen
Milliardengeschäft
1 von 19

Fluggesellschaften profitieren von Zusatzeinnahmen. Das zeigt die Studie „The Car Trawler Yearbook of Ancillary Revenue“ für das Jahr 2014. Dafür analysierte die Idea Works Company die Geschäftsberichte von 130 Airlines weltweit, 63 davon machten Angaben zu Zusatzleistungen. Demnach betrug die Höhe der Zusatzeinnahmen im vergangenen Jahr 38,1 Milliarden Dollar...

Platz 30: Lufthansa
2 von 19

Auch die Lufthansa nimmt Geld für Zusatzleistungen. So betrug der Zusatzumsatz pro Passagier im vergangenem Jahr durchschnittlich 15,41 Dollar. Insgesamt hat die größte deutsche Fluggesellschaft 1,6 Milliarden Dollar mit Zusatzleistungen erwirtschaftet. Allein mit dem Vielfliegerprogramm „Miles and More“ nahm die Lufthansa 90 Millionen Dollar ein, doppelt so viel wie 2013. Von der Spitze ist sie dennoch weit entfernt: Platz 30.

Platz 23: Ryanair
3 von 19

Als Zusatzeinnahmen gelten zum Beispiel Gebühren, die für Gepäck und Plätze mit mehr Beinfreiheit erhoben werden, Vielfliegerprogramme und À-la-carte-Services. Auch Meilenverkäufe, zum Beispiel an Kreditpartner, zählen dazu. Der Billigflieger Ryanair ist geradezu bekannt für kostspielige Fallstricke. 2014 machte Ryanair allein durch Zusatzkosten laut der Studie einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar. Pro Passagier macht das durchschnittlich um die 21 Dollar.

Platz 21: Easyjet
4 von 19

Auch Easyjet ist ein Billigflieger. Zusätzliche Kosten für „Extra-Wünsche“ wie einen bestimmten Sitzplatz oder aufgegebenes Gepäck schlagen am Ende dennoch zu Buche. So kann ein Flug von Berlin nach Mallorca für 66 Euro ganz schnell teurer werden, zumindest wenn man einen Koffer mitnehmen will. Wer sich diesen Ärger ersparen möchte, kann für eine Jahresgebühr von 170 Dollar Easyjet-Plus-Mitglied. Dafür verspricht die Airline freie Sitzplatzauswahl, spezielle Gepäck-Abgabeschalter, schnellere Sicherheits-Kontrolle und ein schnelleres Boarding. Davon profitiert die britische Fluggesellschaft: Pro Passagier machte Easyjet 2014 einen Zusatzumsatz von 22,49 Dollar. Insgesamt waren das 1,5 Milliarden Dollar.

Platz 15: Virgin America
5 von 19

Besonders geschäftig bei den Zusatzeinnahmen sind auch die Billigfluggesellschaften aus Übersee: 161 Millionen Dollar erwirtschaftete Virgin America 2014 allein durch Zusatzgebühren. Das waren durchschnittlich 24,71 Dollar pro Passagier.

Platz 14: Aer Lingus
6 von 19

Heutzutage müssen Speisen und Getränke an Bord gekauft werden. Auch das füllt die Kassen der Airlines. Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus nahm pro Passagier durchschnittlich 26,19 Dollar ein. Insgesamt kamen 256 Millionen Dollar an Zusatzgebühren zusammen.

Platz 13: Air France/KLM
7 von 19

Air France/KLM erlöste 2014 durchschnittlich 26,40 Dollar an Zusatzgebühren pro Passagier. Insgesamt waren es zwei Milliarden Dollar. Billig-Airlines wie Ryanair und Easyjet hatten mit der Einführung von Zusatzgebühren begonnen, mittlerweile hat fast die gesamte Branche nachgezogen.

Bei den Betriebsrenten sei das bisherige Niveau für alle derzeit Beschäftigten gesichert worden, teilte Verdi mit. Das gelte auch für die ab 1. Januar 2014 neu eingestellten Beschäftigten, die bisher ohne betriebliche Altersversorgung gewesen seien.

Nach Angaben der Lufthansa gibt es für Mitarbeiter, die ab Jahresbeginn 2016 eingestellt werden, eine neue Regelung. Dabei leiste das Unternehmen einen Beitrag in Höhe von 5,2 Prozent des Gehalts. Zusätzlich bringen die Mitarbeiter einen Eigenbeitrag von einem Prozent ein. „Damit ist das Ziel, eine sichere Rente auf dem bisherigen Leistungsniveau abzuschließen, erreicht“, sagte Verdi-Bundesvorständin Behle.

  • dpa
Startseite

Mehr zu: Tarifvertrag für Bodenpersonal - Lufthansa und Verdi einigen sich

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%