Tatsächliche Belastung noch nicht absehbar
Handel erwartet Preissteigerung durch Maut

Nach der am Mittwochvormittag erteilten Betriebserlaubnis für die LKW-Maut zum 01. Januar befürchtet der Handel nun steigende Preise für die Verbraucher. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) gehe nach einer Mitgliederbefragung von einer Verteuerung um etwa ein Prozent aus, teilte der HDE-Verkehrsexperte Ulrich Binnebößel am Mittwoch mit.

HB BERLIN. Er verwies darauf, dass die Transportkosten durch die Lkw-Maut um bis zu acht Prozent stiegen. Davon werde wegen des hohen Konkurrenzdrucks aber nur ein geringer Teil an den Verbraucher weitergegeben.

Preissteigerungen erwartet der Verband vor allem für Produkte, die beim Transport einen hohen Logistikaufwand erfordern. Als Beispiele nannte Binnebößel große Konsumgüter wie Fernseher oder Wäschetrockner, die aufwändig verpackt werden müssen. Auf kleinere Produkte wirke sich die Lkw-Maut dagegen kaum aus. Deshalb werde die Maut in der Branche bei der Preisgestaltung sehr unterschiedliche Auswirkungen haben. Zudem werde erst in etwa einem Jahr klar sein, wie hoch die Belastung durch die Lkw-Maut tatsächlich sei.

Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) warnte den Handel bereits davor, die Maut-Einführung zu Preiserhöhungen zu nutzen. „Dafür gibt es keine Berechtigung“, sagte er am Mittwoch in Berlin. Die Bundesregierung werde Erhöhungen „nicht stillschweigend hinnehmen“. Die Lkw-Maut wird nach mehr als 16 Monaten Verspätung nun am 1. Januar für alle Laster mit einem Gewicht von mehr als zwölf Tonnen auf den deutschen Autobahnen eingeführt. Im Durchschnitt beträgt sie 12,4 Cent pro Kilometer.

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