Kaffeehaus Starbucks schluckt Teefirma

Tea to go
Kaffeehaus Starbucks schluckt Teefirma

Starbucks will sich für die Zukunft breiter aufstellen: Der Konzern sieht Wachstumschancen im Teegeschäft und übernimmt für eine halbe Milliarde Euro einen US-Teehändler – der bisher teuerste Zukauf der Kaffeehaus-Kette.
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Seattle/AtlantaDie Kaffeehaus-Kette Starbucks steigt groß ins Teegeschäft ein. Das Unternehmen aus Seattle kauft für 620 Millionen Dollar (490 Mio Euro) den US-Teehändler Teavana. Das Teegeschäft stehe vor einem rasanten Wachstum, sagte Starbucks-Chef Howad Schultz am Mittwoch.

Es ist Starbucks' bisher teuerster Zukauf. Weil das Kaffeegeschäft in der amerikanischen Heimat an seine Wachstumsgrenzen stößt, stellt sich das Unternehmen breiter auf. Starbucks hatte bereits bei einer Saftfirma und bei einer großen Bäckerei zugeschlagen. Bei Tee ist der Kaffeespezialist derzeit mit seiner Hausmarke Tazo vertreten. Sie soll weiterbestehen.

Der Kaufpreis für die börsengelistete Teavana von 15,50 Dollar je Aktie bedeutet einen Aufpreis von 53 Prozent auf den vorherigen Kurs. Mit den Hauptaktionären ist sich Starbucks bereits einig. Die Übernahme soll zum Jahresende abgeschlossen sein.

Auch auf dem deutschen Markt ist das Geschäft bei Starbucks zuletzt schwach gelaufen. Insgesamt schrieb die Kette im vierten Geschäftsquartal (Juli bis September) in der Region Europa, Naher Osten und Afrika einen operativen Verlust von annähernd 7 Millionen Dollar oder 5 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte hier noch ein Gewinn von 3 Millionen Dollar gestanden. Die sogenannten vergleichbaren Verkäufe, die etablierte Filialen umfassen, schrumpften um 1 Prozent.

Im Rest der Welt konnte Starbucks dagegen kräftig zulegen. So stieg der Umsatz konzernweit um 11 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar (2,6 Mrd Euro). Der Gewinn stagnierte unter anderem wegen einer höheren Steuerlast bei 359 Millionen Dollar. Die Anleger waren sehr zufrieden: Am Freitag legte das Papier um 10 Prozent zu.

In Deutschland will das Unternehmen mit Filialen in Bahnhöfen mehr Kunden auf ihrem Weg zur Arbeit gewinnen. Bislang ist Starbucks hierzulande vor allem in Einkaufsstraßen vertreten. Anders als im Heimatland USA trifft Starbucks in Deutschland auf eine starke Konkurrenz von klassischen Cafés und Bäckereien.

International ist Starbucks weiter auf Expansionskurs: Das Unternehmen hatte erst jüngst seine erste Filiale in Indien aufgemacht, weitere Läden sollen in dem Riesenland folgen. In China hat Starbucks seinen 700. Laden eröffnet.

Weltweit ist geplant, im gerade angebrochenen Geschäftsjahr rund 1300 Filialen neu aufzumachen. Der Umsatz soll dadurch um 10 bis 13 Prozent steigen, der Gewinn soll noch stärker zulegen. Starbucks und seine Partner haben zuletzt weltweit fast 18 100 Läden betrieben, knapp 1900 davon in Europa und Umgebung.

Kommentare zu "Kaffeehaus Starbucks schluckt Teefirma"

Alle Kommentare
  • Die Expresso - Maschine dient der Expansion... :-)

  • Was ist eine "Expresso"-Maschine? Du lieber Himmel...

  • Kaffee macht doch impotent.

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