Team erhalten größeren Anteil der Einnahmen
Formel 1-Holding geht 2005 an die Börse

Nach der Einigung über die Zukunft der Formel 1 soll die Renn-Holding Slec möglichst schon 2005 an die Börse gebracht werden. Organisator Bernie Ecclestone wird seine starke Position verlieren.

HB Nach der Einigung über die Zukunft der Formel 1 soll die Renn-Holding Slec möglichst schon 2005 an die Börse gebracht werden. "Wir rechnen mit diesem Schritt in ein bis zwei Jahren", sagte ein Insider dem "Handelsblatt“. Wie es in verhandlungsnahen Kreisen weiter hieß, soll dann auch Organisator Bernie Ecclestone seine führende Position in dem von ihm aufgebauten Rennsport abgeben. Der 73jährige war Ende der neunziger Jahre mit dem Versuch gescheitert, den lukrativen Sport an die Börse zu bringen.

Ecclestone wird aber schon in der anstehenden Saison entmachtet. Die Autohersteller bekommen erstmals Sitz und Stimme im Slec-Vorstand. Ecclestone bleibt dafür zunächst Chef der wichtigen Formel-1-Veranstaltungsfirma. Das Bankenkonsortium unter Federführung der Bayerischen Landesbank, das 75 % an der Slec besitzt, wird zunächst nur wenige Anteile abgeben.

Mit dieser Vereinbarung hatten sich am Freitag die Banken und die führenden Autohersteller mit Ecclestone geeingt, die Weltmeisterschaft über das Jahr 2007 gemeinsam fortzusetzen. Die neue Formel-1 soll bis Mitte 2004 ausgearbeitet werden und bereits rückwirkend ab der Saison 2004 gelten.

Machtkampf um die Vermarktung

Seit langem hatte um die Vermarktung des Sports ein Machtkampf getobt. Die unter der Holding Grand Prix World Championship (GPWC) vereinten Automarken Ford, BMW, Mercedes, Ferrari und Renault forderten eine stärkere Beteiligung bei den Entscheidungen sowie bei den Einnahmen. Sie hatten mit der Gründung einer eigenen Rennserie ab 2008 gedroht und bis Ende des Jahres ein Ultimatum gestellt.

Nach dem erzielten Kompromiss sollen die zehn Teams künftig „deutlich mehr“ von den Einnahmen der Formel 1 bekommen. Bisher bekamen sie 47 % der Fernseheinnahmen, künftig werden sie die Hälfte – dafür aber aller - Einnahmen bekommen. „Neben den TV- Recnten werden noch Milllionen mit Dingen wie Bandenwerbung und Merchandising gemacht“, so ein Insider. Insgesamt bringt die Vermarktung des lukrativen Sports im Jahr rund 400 Mill. $ (320 Mill. Euro).

Zudem bekommt die GPWC drei Direktorenposten im neuen Slec-Vorstand zugesprochen und erhält eine Option für die spätere Übernahme von Slec-Anteilen. Die Anteilsverhältnisse sollen sich zunächst aber „nicht signifikant ändern“, hieß offiziell. Die BayernLB hält 50 %, die Investmentbanken JP Morgan und Lehman Brothers 25 %. Weitere 25 % gehören noch Rennpromotor Ecclestone.

BayernLB sowie die Autohersteller begrüßten die gefundene Lösung. Auch Ecclestone erklärte, es gehe darum, die Zukunft der Formel 1 langfristig zu sichern: „Nach der Einigung bin ich sehr zuversichtlich“.

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