Teckentrup fordert drastische Einschnitte vom fliegenden Personal
Condor kämpft ums Überleben

Der Belegschaft des ehemals größten und erfolgreichsten deutschen Ferienfliegers Condor stehen harte Zeiten bevor. Um 200 bis 250 Millionen Euro pro Jahr müsse die heute als Thomas Cook Airlines firmierende Gesellschaft ihre Kosten senken, sagte Ralf Teckentrup, Airline-Vorstand des Reisekonzerns Thomas Cook.

DÜSSELDORF. In einem Appell an die Mitarbeiter in der Firmenzeitung „Connect“ schreibt er: „Wir arbeiten zu Kosten, die ganz klar nicht wettbewerbsfähig sind, zu denen wir unser Produkt nicht verkaufen können, weder als Thomas Cook noch als Condor.“ Mehr Arbeit, weniger Lohn ist nach Einschätzung von Branchenbeobachtern Teckentrups Ziel.

Der finanzielle Sturzflug der Charter-Airline gilt als Hauptursache für die hohen Verluste der Konzernmutter Thomas Cook, an der Lufthansa und Karstadt-Quelle zu je 50 % beteiligt sind. Die Unternehmen hatten ihre Töchter Condor und Neckermann vor sieben Jahren zu einem integrierten Reisekonzern fusioniert. Brancheninformationen zufolge soll Condor allein 2003 ein Minus von rund 100 Mill. Euro eingeflogen haben.

In ihrer aktuellen Struktur steuert die Fluggesellschaft dem finanziellen Ruin entgegen und droht die Mutter Thomas Cook mitzureißen: Condor verliert derzeit massiv Marktanteile an die aggressiv ins Feriengeschäft drängenden Billigflieger. Und weil sie tariflich noch immer an den (Ex-)Mutterkonzern Lufthansa gebunden ist, ist sie zudem mit den im Branchenvergleich höchsten Kosten unterwegs.

Weil die Verluste aus dem Ruder liefen, hatten die Anteilseigner im November 2003 die Notbremse gezogen: Thomas-Cook-Chef Stefan Pichler musste gehen, Vorgänger Wolfgang Beeser kam zurück. Die Lufthansa schickte Heinz-Ludger Heuberg und Ralf Teckentrup – zwei ihrer Hoffnungsträger – mit einem Sanierungsauftrag in den Thomas-Cook-Vorstand.

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