Teilprivatisierung nicht mehr ausgeschlossen
Flughafen Köln-Bonn vor dem Verkauf

Der Flughafen Köln-Bonn steht wohl bald zum Verkauf - zumindest teilweise. Die Landesregierung schloss eine Teilprivatisierung nicht mehr aus. Gewerkschaften und Beschäftigte fürchten um 12  500 Arbeitsplätze.

DÜSSELDORF. Das Land Nordrhein-Westfalen hat den Weg für die Teilprivatisierung des Flughafens Köln-Bonn frei gemacht. Erstmals wird eine Beteiligung von privaten Investoren nicht mehr ausgeschlossen. "Das Land werde darauf achten, dass Private keine Mehrheit am Flughafen Köln/Bonn erhalten", teilte NRW-Verkehrsminister Oliver Wittke nach einer Aufsichtsratssitzung des Flughafens mit. "Wir interpretieren dies als Signal zur Teilprivatisierung", sagte Wolfgang Uellenberg van Dawen, Regionsvorsitzender des Gewerkschaftsbundes DGB, dem Handelsblatt. Betriebsrat und Gewerkschaften hatten die Absicht des Landes zuvor öffentlich gemacht, da sie sich um 12 500 Arbeitsplätze auf dem Flughafen sorgen.

Denn das Land, in der Sitzung vertreten durch Staatssekretär Günter Kozlowski, wollte laut Betriebsrat zunächst die Mehrheit am Flughafen an private Investoren verkaufen. Das sei nun vom Tisch, sagte Uellenberg van Dawen. Für die Arbeitnehmer ist dies aber nur ein Teilerfolg - sie lehnen die Privatisierung generell ab. Am Flughafen halten Bund, Land und Stadt Köln jeweils 30 Prozent der Anteile, der Rest liegt bei den Stadtwerken Bonn und den Kreisen.

Hintergrund: Der Bund will das Gelände des ehemaligen Regierungsflughafens nur verkaufen, wenn er seine Anteile am Flughafen veräußern kann. Land und Kommunen waren zum Kauf bereit. Doch das Land wollte nun auf einmal die Mehrheit, um sie an private Investoren weiterzuverkaufen. Das hätte zu einem Streit mit den kommunalen Anteilseignern geführt und die gesamte Entwicklung des Flughafens in Frage gestellt. Nun lenkte Wittke ein und will "dem Bund hinsichtlich des möglichen Verkaufs seiner Anteile entgegen kommen". Die öffentliche Hand wird nun künftig mindestens 50,1 Prozent an dem Flughafen behalten.

Hinter den Kulissen wartet seit geraumer Zeit der Essener Baukonzern Hochtief: "Wir bestätigen unser Interesse am Flughafen Köln-Bonn und würden im Fall einer Privatisierung ein Engagement prüfen - aber nur in Abstimmung mit der Stadt Düsseldorf", sagte eine Sprecherin. Hochtief ist wie die Kommune mit 50 Prozent am Flughafen Düsseldorf beteiligt. Eine Kooperation der Flughäfen gilt als wünschenswert. Als Interessent für Köln/Bonn gilt insbesondere wegen der Nachtflugmöglichkeiten auch der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport.

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