Teldafax ist pleite
Mitarbeiter schreddern massenhaft Unterlagen

Obwohl Teldafax seit Monaten Rechungen nicht bezahlte, behauptete die Führung, man sei auf gutem Wege. Jetzt ist der Stromanbieter pleite. In der Zwischenzeit hatten besonders loyale Mitarbeiter einen Sonderauftrag.
  • 24

TroisdorfDas nach eigenen Angaben größte unabhängige Energieunternehmen Deutschlands, Teldafax, ist pleite. Die Führung des Billigstromanbieters reichte am Dienstag beim Amtsgericht Bonn einen Insolvenzantrag ein. Das Gericht berief den Rechtsanwalt Biner Bähr zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Der Schritt zeichnete sich seit längerem ab. Teldafax hatte in den vergangenen drei Monaten drei Vorstandsvorsitzende, mehrfach wechselnde Eigentümer und verlor mehr als 200.000 seiner knapp 800.000 Kunden, weil immer mehr Netzbetreiber dem Unternehmen die Nutzung ihrer Leitungen schlicht untersagten. Fußballbundesligist Bayer04 löste erst vor zwei Wochen den Sponsoringvertrag vorzeitig auf.

Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung. In all diesen Wochen vermeldete das Unternehmen jedoch ausnahmslos, es sei auf dem Wege der Besserung.

Der Insolvenzantrag bedeutet ein Desaster für den Finanzinvestor Prime Mark, der erst vor drei Monaten Teldafax übernommen hatte und mit 50 Millionen Euro ausstattete. Auch 2010 war ein ähnlicher Betrag von einem unbekannten Investor geflossen. Teldafax war für die Frage, wie ein Unternehmen bei solchen Geldspritzen pleitegehen kann, nicht zu sprechen. Aufsichtsrat Wolfram Scharff sagte: „Die 100 Millionen sind wohl weg. Und Teldafax wollte ja noch mal 100 Millionen haben.“

Seite 1:

Mitarbeiter schreddern massenhaft Unterlagen

Seite 2:

Kommentare zu " Teldafax ist pleite: Mitarbeiter schreddern massenhaft Unterlagen"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • ... selbst wenn dem so wäre... verbietet es eine anständige erziehung solche personen namentlich zu denunzieren. die staatsanwaltschaft informieren, da bin ich dakor, aber ein derartiges denunzieren ist genauso kriminell von dir wie das was du den leuten vorwirfst...

  • @ Teldafurz: Der Punkt ist nicht der, dass die Leute keine Ahnung von Wirtschaft haben. Sie verlangen eher, dass der Staat als der grosse Regulator ihnen alle Risiken der Marktwirtschaft abnimmt und sie so aus der Verantwortung für das eigene Handeln entlässt.

    Die Menschen wollen die Vorzüge der Marktwirtschaft ohne ihre Nachteile, Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

  • Lieber Jogi!
    Wissen Sie überhaupt von was sie reden?
    Kennen Sie die horrenden Selbstbedienungsgebühren der Insolvenzverwalter (sind Sie alt genug um das Maxhütte Drama erlebt zu haben)? In vielen nicht in ALLEN haben Insolvenzverwalter den gescheiterten Unternehmen den Todesstoß versetzt ( Beispiel der Insolvenzverwalter hatte sich bei der Maxhütte im voraus über 55 Mill. DM gesichert für wenig... sogar sehr wenig Arbeit)
    Allerdings es gibt auch Könner unter der Berufsgruppe..unbestritten.
    Unbedarfte Richter die die Insolvenzverwalter bestellen sind aber oft überfordert...manchmal hat man bei der immergleichen Berufung sogar ein Geschmäkle.
    Als Bonmot...der Insolvenzverwalter der vor vielen Jahren die Insolvenz der Teldafax( damals ein Telefondienstleister-Anbieter) dilletantisch über die Bühne gebracht hat..hat vor wenigen Wochen selbst Insolvenz angemeldet.
    Nicht für Ungut

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%