Teldafax ist pleite Teldafax stellt Insolvenzantrag

Obwohl Teldafax seit Monaten Rechungen nicht bezahlte, behauptete die Führung, man sei auf gutem Wege. Jetzt ist der Stromanbieter pleite. In der Zwischenzeit hatten besonders loyale Mitarbeiter einen Sonderauftrag.
Update: 14.06.2011 - 17:49 Uhr 24 Kommentare
Überschuldet, dubiose Geschäftspraktiken, drohende Insolvenz: Der Stromanbieter Teldafax. Quelle: dpa

Überschuldet, dubiose Geschäftspraktiken, drohende Insolvenz: Der Stromanbieter Teldafax.

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TroisdorfDas nach eigenen Angaben größte unabhängige Energieunternehmen Deutschlands, Teldafax, ist pleite. Die Führung des Billigstromanbieters reichte am Dienstag beim Amtsgericht Bonn einen Insolvenzantrag ein. Das Gericht berief den Rechtsanwalt Biner Bähr zum vorläufigen Insolvenzverwalter.

Der Schritt zeichnete sich seit längerem ab. Teldafax hatte in den vergangenen drei Monaten drei Vorstandsvorsitzende, mehrfach wechselnde Eigentümer und verlor mehr als 200.000 seiner knapp 800.000 Kunden, weil immer mehr Netzbetreiber dem Unternehmen die Nutzung ihrer Leitungen schlicht untersagten. Fußballbundesligist Bayer04 löste erst vor zwei Wochen den Sponsoringvertrag vorzeitig auf.

Seit Monaten ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung. In all diesen Wochen vermeldete das Unternehmen jedoch ausnahmslos, es sei auf dem Wege der Besserung.

Der Insolvenzantrag bedeutet ein Desaster für den Finanzinvestor Prime Mark, der erst vor drei Monaten Teldafax übernommen hatte und mit 50 Millionen Euro ausstattete. Auch 2010 war ein ähnlicher Betrag von einem unbekannten Investor geflossen. Teldafax war für die Frage, wie ein Unternehmen bei solchen Geldspritzen pleitegehen kann, nicht zu sprechen. Aufsichtsrat Wolfram Scharff sagte: „Die 100 Millionen sind wohl weg. Und Teldafax wollte ja noch mal 100 Millionen haben.“

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24 Kommentare zu "Teldafax ist pleite: Mitarbeiter schreddern massenhaft Unterlagen"

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  • ... selbst wenn dem so wäre... verbietet es eine anständige erziehung solche personen namentlich zu denunzieren. die staatsanwaltschaft informieren, da bin ich dakor, aber ein derartiges denunzieren ist genauso kriminell von dir wie das was du den leuten vorwirfst...

  • @ Teldafurz: Der Punkt ist nicht der, dass die Leute keine Ahnung von Wirtschaft haben. Sie verlangen eher, dass der Staat als der grosse Regulator ihnen alle Risiken der Marktwirtschaft abnimmt und sie so aus der Verantwortung für das eigene Handeln entlässt.

    Die Menschen wollen die Vorzüge der Marktwirtschaft ohne ihre Nachteile, Motto: Wasch mir den Pelz, aber mach mich nicht nass.

  • Lieber Jogi!
    Wissen Sie überhaupt von was sie reden?
    Kennen Sie die horrenden Selbstbedienungsgebühren der Insolvenzverwalter (sind Sie alt genug um das Maxhütte Drama erlebt zu haben)? In vielen nicht in ALLEN haben Insolvenzverwalter den gescheiterten Unternehmen den Todesstoß versetzt ( Beispiel der Insolvenzverwalter hatte sich bei der Maxhütte im voraus über 55 Mill. DM gesichert für wenig... sogar sehr wenig Arbeit)
    Allerdings es gibt auch Könner unter der Berufsgruppe..unbestritten.
    Unbedarfte Richter die die Insolvenzverwalter bestellen sind aber oft überfordert...manchmal hat man bei der immergleichen Berufung sogar ein Geschmäkle.
    Als Bonmot...der Insolvenzverwalter der vor vielen Jahren die Insolvenz der Teldafax( damals ein Telefondienstleister-Anbieter) dilletantisch über die Bühne gebracht hat..hat vor wenigen Wochen selbst Insolvenz angemeldet.
    Nicht für Ungut

  • Als "hart werktätiger Familienvater" haben Sie doch gewusst,
    - dass Teldafax viel Geld ins Sponsoring gesteckt hat
    - dass Verbraucherschützer vor Vorkasse-Angeboten gewarnt haben
    - dass man bei Vorkasse-Angeboten ein Risiko eingeht

    Sie haben gute 1000€ gewettet um, keine Ahnung, 100€ im Jahr gegenüber nicht-Vorkasse-Anbietern zu sparen. Die Wette haben Sie verloren. Dafür sind (außer den Drahtziehern bei Teldafax) SIE verantwortlich - nicht Rudi Völler.

  • Sie Scherzkeks ! Im Prinzip haben Sie ja Recht: Durch die Presseberichte wurde der Neukundenzuwachs (zum Glück) gestoppt wodurch ein kriminelles Geschäftsmodell zusammengebrochen ist, weil keine Vorkasse mehr zur Finanzierung der Dumpingpreise da war. Wirtschaften nach dem Motto "ich kaufe für 20ct, verkaufe für 15ct und die Menge machts dann" funktioniert halt nicht.

    Der Schwund an Bestandskunden ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass TELDAFAX seine Rechnungen nicht bezahlt und von den Versorgern und Netzbetreibern abgeklemmt wurde.

  • Dazu müssen Sie allerdings darauf spekulieren, dass genügend Akten geschreddert wurden oder der Insolvenzverwalter bzw. seine Mitarbeiter keinen vollen Überblick bekommen. Prinzipiell hat der Insolvenzverwalter ja Ansprüche gegen Sie.

    Die Chancen stehen aber wahrscheinlich nicht schlecht ;-)

  • Aus eigener Erfahrung weiß ich, daß der Strom vom Grundversorger nicht nur recht teuer, sondern bis zu 50% teurer als die des günstigsten Anbieters ist. Der schnelle Wechsel wird auch von den Grundversorgern blockiert mit Hinweis auf gesetzliche Regeln. Da der Kunde keine Möglichkeit hat, sich dem zu entziehen, könnte man von dem Straftatbestand WUCHER sprechen. Im Grunde ist das Verhalten von EON und Genossen kurzsichtig, denn kein Stromkunde wird auch nur daran denken, zukünftig wieder von den Pseudo-Monopolisten Strom zu beziehen.

  • Leute die hier im Forum auf Banken, Liberalisierung und Großkonzerne schimpfen haben schlicht keine Ahnung von Wirtschaft.
    Dass ein schlecht (und möglicherweise kriminell) wirtschaftendes Unternehmen insolvent wird ist normal im Wirtschaftsalltag und auch nicht weiter schlimm. Im Gegenteil: Es ist sogar gut und stärkt langfristig den Wirtschaftssektor, indem - ganz im Sinne Darwins - kranke, lebensunfähige ökonomische Auswüchse beseitigt werden.

    Auch für die Mitarbeiter mache ich mir keine Sorgen. Im Raum Köln/Bonn sind momentan gute Arbeitskräfte Mangelware.

  • Hehe, ich weiß schon, weshalb ich die letzten 6 Monate keine Abschläge mehr gezahlt habe. Jetzt freue ich mich, über ein halbes Jahr Strom für Lau ;-)

  • @Motzki: ...daran ist allein das Handelsblatt schuld? Hetzkampagnie? So einen Schwachsinn kann doch nur ein Teldafax-Mitarbeiter von sich geben... übrigens, Beihilfe zum Betrug ist auch ein Straftatbestand ;-)

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