Teldafax
„Zar und Gott in einer Person“

Eigentlich wollte der Stromdiscounter Teldafax die Verbindung zum Ex-Chef, dem Anlagebetrüger Michael Josten kappen. Der Aufsichtsrat entschied nun anders. Teldafax wird weiter von einem Josten-Vertrauten kontrolliert.
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DüsseldorfKein anderes Unternehmen in Deutschland demonstriert den Unterschied zwischen Anspruch und Wirklichkeit derzeit so deutlich und oft wie der Troisdorfer Stromanbieter Teldafax. Gerade einen Monat ist es her, dass der Teldafax-Vorstand Klaus Bath sagte, er wolle seinen noch ein Jahr laufenden Vertrag in jedem Fall erfüllen. Bath war zwar gerade als Vorstandschef degradiert und durch einen Sanierer ersetzt worden, doch auf die Frage, ob er bei Teldafax bleibt, sagte Bath: „Ja. Ich helfe dem Unternehmen dort, wo ich gebraucht werde.“

Doch darauf will das Unternehmen nun verzichten. Wie Teldafax mitteilte, hat der Aufsichtsrat Bath von seinen Aufgaben entbunden. Dieser werde das Unternehmen verlassen. Einen Grund nannte eine Sprecherin von Teldafax auch auf Nachfrage nicht.

Erklärungen gibt es trotzdem zu genüge. Teldafax ist seit langer Zeit das schwarze Schaf der Strombranche. Das Unternehmen zahlt seine Rechnungen nur unregelmäßig und behält Kundenguthaben auch lange nach Vertragsende ein. Seit Monaten gibt es massenhaft Beschwerden, viele Kunden klagen, sie könnten die Servicemitarbeiter nicht erreichen. Die Bundesnetzagentur prüft derzeit die Geschäftspraktiken von Teldafax.

Bath dagegen verbreitete Erfolgsmeldungen. Im November behauptete er, ein russischer Investor habe Teldafax mit zusätzlichem Kapital im mittleren zweistelligen Millionenbereich ausgestattet. „Die Entscheidung unseres Aktionärs kommt genau zum richtigen Zeitpunkt“, sagte Bath. „Wir befinden uns jetzt in einer finanziell sehr komfortablen Situation.“

Vier Monate später ist von Baths Ausführungen kaum etwas übrig geblieben. Weder gibt es einen russischen Investor, noch eine finanziell komfortable Situation. Die neuen Eigentümer sind gesichtslose Fonds aus Zypern und den Jersey Inseln. Kaum hatten sie Teldafax im März übernommen, setzten sie Bath einen 69jährigen Sanierer vor die Nase: Hans-Gerd Höptner. Doch Bath, ein gelernter Feuerwehrmann aus Berlin, blieb cool. Eine seiner ersten Fragen an Höptner: „Wollen Sie denn auch mit in unsere VIP-Loge bei Bayer Leverkusen?“

Ob Bath auch weiterhin einen Ehrenplatz bei Bayer Leverkusen erhält, ist unklar. Das Unternehmen gibt pro Jahr mehr als sechs Millionen Euro für das Sponsoring des Fußball-Bundesligisten aus – Geld, das Teldafax gut für andere Zwecke einsetzen könnte, zum Beispiel der Zahlung seiner Rechnungen. Rund 30 Netzbetreiber haben Teldafax in den vergangenen Wochen abgeschaltet, weil sie kein Geld mehr von dem Unternehmen erhalten hatten. Die Staatsanwaltschaft Bonn ermittelt wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.

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  • Voll durchziehen hat sich Josten schon gedacht und sitzt ein. Die Nachfolger ziehen in gleicher Weise durch, bis zur Pleite. Das wird dann verharmlosend als Konkursverschleppung tituliert und auf die Vorgänger geschoben. Die Justiz weiß nicht was sie tun soll. Die Politiker bangen um Arbeitsplätze. Alles wie so Vieles in unserer Bananenrepublik. Und unser Möchtegern-Kommentator in Sachen Teldafax -hanno- fragt allen Ernstes " Wer, bitte schön, ist denn geschädigt?". Gesegnet sind scheinbar die Unwissenden und die Allesdurchgehenlasser.

  • Voll krass, dieser Gangsterladen. Und auch noch Russen im Geschäft. Wie blöd kann eigentlich ein Bundesligaverein sein, sich "Teldafax" oder auch "Gazprom" auf das Trikot zu drucken? Denen hat es vor lauter Geld den Verstand vernebelt, oder war der noch nie vorhanden.

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