Telekomfirmen
Auf der Suche nach neuen Ideen für mehr Umsatz

Die Branche muss sich neu erfinden und verlässt sich dabei auf die Inspiration von anderen. Durch gesättigte Märkte und einen harten Konkurrenzkampf sind die Umsätze im traditionellen Sprachgeschäft seit Jahren unter Druck. Die große Wachstumshoffnung sind neue Anwendungen, im Mobilfunk wie im Festnetz.
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BRÜSSEL. Was ist bloß mit Europas Telekommunikationsbranche los? Auf einem eigens einberufenen Innovationstreffen in Brüssel präsentiert die spanische Telefónica eine mobile Kamera, die Waldbrände entdeckt, France Télécom eine Videohotline für Gehörlose und Telekom Austria ein eigenes System für Alarmanlagen.

Solche Ideen mögen für kleine Zielgruppen nützlich sein, den Massenmarkt werden sie nicht umkrempeln. Klar ist aber: Die Branche muss sich neu erfinden - und dabei ist jede Innovation willkommen. Durch gesättigte Märkte und einen harten Preiskampf sind die Umsätze im traditionellen Sprachgeschäft seit Jahren unter Druck. Die große Wachstumshoffnung sind neue Anwendungen, im Mobilfunk wie im Festnetz.

So wichtig Erfindungen sind, die Netzbetreiber haben ihren Fokus nicht daraufgelegt. Die Forschungs-Budgets von France Télécom oder Deutsche Telekom sind entsprechend klein. Im Schnitt fließen gerade einmal ein bis zwei Prozent der Umsätze in die Entwicklung neuer Produkte. Wirkliche Innovationen kommen dagegen von Außenseitern wie Apple, die mit dem iPhone samt Software-Laden Appstore den Mobilfunkmarkt gehörig in Bewegung gebracht haben. Deren Entwicklungsbudgets sind zwar auch nicht immer größer, aber sie sind weitaus wendiger und kreativer.

Experten sehen darin aber keine Gefahr. Im Gegenteil: Sie halten diese Aufgabenteilung für sinnvoll. "Die Netzbetreiber sind nicht innovativ und schnell genug, um mit Kreativschmieden zu konkurrieren", sagt Brownlee Thomas vom Marktforscher Forrester. Grund sei die Historie der Netzebetreiber als ehemalige Staatsunternehmen, die sie unflexibel gemacht habe.

Betreiber-Inhalte wollten die Kunden nicht haben

Die Netzbetreiber haben eine Zeit lang versucht, das Dienstegeschäft an sich zu reißen und ihren Kunden eigenhändig ausgewählte Inhalte auf dem Handy anzubieten. Den Zugang dazu wollten sie sich von den Inhalteanbietern bezahlen lassen. Doch das Kalkül floppte gewaltig. Die Kunden wollten sich keine Betreiber-Portale vorsetzen lassen, sondern mit dem Handy genauso surfen wie am PC.

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