Telekommunikation
France Telecom trotzt der Flaute

France Telecom zeigt sich von den trüben Konjunkturaussichten kaum beeindruckt. Gut gerüstet sieht sich Europas viertgrößter Telekom-Konzern vor allem durch einen starken Geldzufluss.
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ParisDazu tragen eine strenge Kostenkontrolle sowie längerfristige Kundenverträge bei, wie Finanzchef Gervais Pellissier am Donnerstag betonte. Auch eine Wirtschaftsflaute dürfte seinen Worten zufolge nur einen geringen Effekt auf das Firmengeschäft haben, das Telekomausrüstung und Dienstleistungen für Unternehmen anbietet. „Neue Dienste wie mobile Daten wachsen weiter stark“, erläuterte Pellissier.

Die Geschäftszahlen des vergangenen Quartals lagen im Rahmen der Expertenerwartungen. Der Umsatz ging auf vergleichbarer Basis um 2,1 Prozent auf 11,28 Milliarden Euro zurück, der Betriebsgewinn (Ebitda) 5,2 Prozent auf fast vier Milliarden. Den operativen Mittelzufluss in diesem Jahr erwartet das Management nun etwas über den bislang in Aussicht gestellten neun Milliarden Euro. Analysten zeigten sich zufrieden mit dem Zwischenbericht.

„Auf den ersten Blick sind die Ergebnisse gut“, sagte ein Experte in London. Er verwies unter anderem auf verbesserte Geschäfte in Spanien und Polen, wo France Telecom außer dem Heimatmarkt und Großbritannien ebenfalls wichtige Standbeine hat. Doch der Analyst legte auch den Finger in die Wunde: „Der französische Mobilfunkmarkt verschlechtert sich, und die Märkte könnten die anstehenden Herausforderungen unterschätzen.“ Fachleute gehen davon aus, dass die Umsätze in diesem Markt im vergangenen Quartal um 3,5 Prozent zurückgegangen sind.

France Telecom und die bisherigen Mobilfunk-Rivalen, die Vivendi-Tochter SFR sowie Bouyges Telecom , liefern sich einen harten Kampf mit Preisnachlässen und saftigen Werbeausgaben. Sie wollen damit Kunden an sich binden, bevor der heimische Breitbandspezialist Iliad voraussichtlich Anfang kommenden Jahres in den Mobilfunk-Markt einsteigt. Doch France Telecom will nicht bei jedem Unterbietungswettlauf mitmachen.

Bei der Vermarktung von Apples neuem iPhone-Modell drückt Pellissier auf die Bremse: „Beim iPhone 4S sind wir in Frankreich nicht die aggressivsten, was die Kaufanreize angeht“, sagte der Finanzchef. „Trotzdem hindert das uns nicht daran, ein gutes Niveau bei der Kundenanwerbung zu erreichen.“ Das Management durchforstet derzeit den Konzern nach geeigneten Verkäufen. Pellissier gab nun bekannt, das dies auch die Aktivitäten in Afrika und dem Nahen Osten sowie das Firmengeschäft betrifft.

Er signalisierte allerdings zugleich, dass hier keine größeren Veräußerungen oder Zukäufe zu erwarten seien. Den Verkaufsprozess für die Geschäfte in der Schweiz und Österreich hat bereits begonnen. Damit könnte France Telecom Analysten zufolge insgesamt etwa zwei Milliarden Euro einnehmen.

An der Börse lag die Aktie des Unternehmens nur 1,3 Prozent im Plus, während der Gesamtmarkt 4,9 Prozent höher tendierte. Nach Marktwert ist France Telecom die Nummer vier der Branche in Europa.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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