Telekommunikationsanbieter
Freenet verkauft Strom von Ex-Konzernchef Schmid

Mobilcom -Gründer Gerhard Schmid meldet sich mit dem Verkauf von Ökostrom zurück. Der aus Mobilcom hervorgegangene Internetanbieter Freenet teilte am Dienstag in Hamburg mit, er vertreibe künftig bundesweit auch Ökostrom von Schmids Bonus Strom GmbH.

HAMBURG. Der Ex-Milliardär ist Geschäftsführer des Schleswiger Energieunternehmens. Die Firma gehört seiner Ehefrau Sybille Schmid-Sindram. Schmid hatte den Mobilfunkdienstleister Mobilcom 1997 als erste Firma an den Neuen Markt gebracht und sich mit der Deutschen Telekom eine Preisschlacht geliefert. Ein Streit mit dem französischen Telekommunikationskonzern France Telecom, damals Hauptaktionär von Mobilcom, und das Platzen der Internetblase brachte den Wiederverkäufer von Telefonminuten an den Rand einer Pleite.

In der Folge musste Schmid seinen Stuhl als Mobilcom -Chef räumen und alle Anteile an der Firma verkaufen. Mobilcom wurde später mit ihrer früheren Tochter Freenet verschmolzen.

Noch heute kämpft Schmid um sein damaliges Vermögen. Mit einer milliardenschweren Schadensersatzklage gegen France Telecom war er allerdings vor dem Landgericht Frankfurt vor kurzem gescheitert.

Bei Bonus Strom verfährt Schmid nach einem ähnlichen Muster wie früher bei Mobilcom. Er nutzt die Preisspielräume im liberalisierten Markt aus und bietet Tarife an, die günstiger als sogenannte Sondertarife der Stadtwerke sein sollen. Danach gewährt der David im Energiegeschäft einen Bonus auf den jeweiligen allgemeinen Tarif des örtlichen Netzbetreibers. Bei Freenet beträgt der Preisabschlag vom Arbeitspreis einen Cent je Kilowattstunde.

"Mit freenet gewinnen wir gleich zu Beginn unserer Stromvermarktung einen erfahrenen und sehr kompetenten Vertriebspartner", erklärte Schmid. Freenet mit über 370 Läden und 2500 Fachhändlern zeichne sich durch eine hohe Schlagkraft im Vertrieb aus.

Es gebe eine hohe Bereitschaft der Stromkunden, den Anbieter zu wechseln, sagte Freenet -Chef Eckhard Spoerr. Das wolle sich Freenet zunutze machen.

Freenet wird zurzeit von dem Konkurrenten Drillisch umworben, der eine Aufteilung des norddeutschen Unternehmens anstrebt. Das Unternehmen aus Maintal bei Frankfurt hat ein Auge auf das Mobilfunkgeschäft von Freenet geworfen und will das Internetgeschäft an United Internet weiterreichen.

Spoerr hatte United Internet kürzlich eine Hinhaltetaktik vorgeworfen und das Unternehmen aus Montabaur zu einem Übernahmeangebot aufgefordert.

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