Termin für Jahresabschluss bereits zweimal verschoben
Adecco erhält mehr Zeit für Abschluss 2003

HB BERLIN. Der Schweizer Zeitarbeitskonzern Adecco erhält mehr Zeit zur Erstellung und Veröffentlichung des Jahresabschlusses 2003. Die mit Buchhaltungsproblemen konfrontierte Gesellschaft muss die testierte Jahresrechnung gemäss einer Vereinbarung mit den Kreditgebern nun bis zum 18. Juni 2004 vorlegen. Der ursprüngliche Termin war bereits um eine Woche auf den 3. Mai verschoben worden.

Adecco hat nach eigenen Angaben vom Freitag mit den Kreditgebern eine Vereinbarung über die Bedingungen des syndizierten Kredites abgeschlossen und sich dabei auf eine Fristerstreckung geeinigt. Die Vereinbarung betrifft einen syndizierten Kredit im Umfang von 580 Millionen Euro. Davon würden zurzeit 180 Millionen Euro ausschliesslich als "letters of credit" beansprucht, hiess es weiter.

In Finanzkreisen hiess es, bei den federführenden Banken handle es sich um Bank of America, Royal Bank of Scotland and Societe Generale. Den Kreisen zufolge wäre Adecco durch die Verletzung der Kreditbedingungen nicht direkt bestraft worden. Aber die Bedingungen für die von 2003 bis 2008 laufenden Kreditfazilität hätten neu verhandelt werden müssen. Diese hätte höhere Kosten für die beanspruchten 180 Millionen Euro bedeutet, wie es hiess.

"Unsere Liquidität ist zur Zeit mit Bargeld und Bargeld entsprechenden Positionen sowie mit kurzfristigen Anlagen im Betrag von über einer Milliarde Euro sehr gut", wurde Adecco-CEO Jerome Caille in der Mitteilung zitiert: "Wir arbeiten zur Zeit mit grossem Einsatz daran, den revidierten Jahresabschluss 2003 so rasch als machbar zu veröffentlichen." Ein Datum steht aber noch nicht fest.

Mitte Januar 2004 hatte Adecco erhebliche Probleme in der Buchhaltung und in der Kontrolle im Nordamerika-Geschäft gemeldet und den Jahresabschluss auf unbestimmte Zeit verschoben. Einige Wochen später kam dann eine Art Entwarnung: Es gebe keine Hinweise auf für das Gesamtunternehmen bedrohliche, breit angelegte Unterschlagungen oder Unregelmässigkeiten. Zudem nahm Adecco personelle Veränderungen vor. Finanzchef Felix Weber musste gehen und wurde letzte Woche durch Jim Friedholm ersetzte.

Die Veröffentlichung des Jahresberichts 2003 ist abhängig vom Abschluss der unabhängigen Untersuchung durch die New Yorker Rechtsanwaltskanzlei Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison sowie von den laufenden Revisionsarbeiten durch die Konzernprüfungsgesellschaft Ernst & Young. Am Freitag hatte es am Finanzmarkt Spekulationen gegeben, Ernst & Young könnte das Mandat als Buchprüfer von Adecco niederlegen. In der Folge sackten die Adecco-Aktien bis auf 53,75 sfr oder 11,5 Prozent unter den Vortagesschluss ab.

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