Terror und Tourismus
Airlines meiden die Türkei

Die zunehmende Gewalt in der Türkei lässt Flug- und Hotelbuchungen einbrechen. Neben Sun Express ziehen jetzt auch die Airlines Delta und Iberia ernste Konsequenzen: Sie streichen massenhaft Flüge in die Türkei.

IstanbulDer zunehmende Terror in der Türkei und der Streit mit Nachbarländern wirken sich schwerwiegend auf den Tourismus im Land aus. Jetzt reagieren immer mehr Fluggesellschaften auf die Ereignisse. Wie die spanische Fluglinie Iberia am Donnerstag bekanntgab, werden vier wöchentliche Flüge nach Istanbul „vorübergehend eingestellt“. Die US-Airline Delta verschiebt gar den Start regelmäßiger Flüge in die Metropole am Bosporus auf unbestimmte Zeit, gab das Unternehmen in dieser Woche bekannt.

Schon zuvor hatte Sun Express, die gemeinsame Charterflugtochter von Lufthansa und Turkish Airlines, seine Ziele wegen der zunehmenden Angst der Urlauber angepasst. Auch Germanwings, Condor, Germania und Air Berlin haben teilweise ihre Flugpläne umgestellt. Insgesamt ging die Zahl der Flugbuchungen in die Türkei laut dem Fachportal Aero Telegraph in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 um 35 Prozent zurück. Auch was Pauschalreisen angeht, gingen die Buchungen demnach zurück.

Der Fremdenverkehr gehört zu den wichtigsten Stützen der türkischen Wirtschaft. Tourismus macht nach Angaben der Vereinigung türkischer Reiseveranstalter rund 6,2 Prozent der Wirtschaftskraft des Landes aus und rund acht Prozent der Beschäftigung. In der Vergangenheit verdienten sie mit Hotel- und Flugbuchungen sowie Ausflugsprogrammen und weiteren Leistungen umgerechnet bis zu 30 Milliarden Euro jährlich.

Attacken militanter Gruppen wie der PKK, des sogenannten Islamischen Staats oder kleinerer Extremisteneinheiten haben die Reisebranche in gleich mehreren Ländern am östlichen Mittelmeer getroffen, etwa in Ägypten und Tunesien. In der Türkei kommt der politische Streit mit Russland in Folge eines Flugzeugabschusses im November hinzu. Russen machen eine große Gruppe unter ausländischen Touristen in der Türkei aus, doch ihre Besucherzahl ging schon um Jahreswechsel um 52 Prozent zurück.

Außerdem kündigte die Terrorgruppe PKK an, im Sommer verstärkt Touristenziele in der Türkei angreifen zu wollen. Am 12. Januar starben zwölf deutsche Urlauber in Istanbul, als sich ein Attentäter auf einem Platz in der Altstadt in die Luft sprengte.

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Tourismus-Aktien im Sinkflug

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