Tesco reagiert auf Panne
Endlich wieder ein Finanzchef

Nach der peinlichen Gewinn-Panne zieht Tesco Konsequenzen. Die britische Supermarktkette stellt den neuen Finanzchef bereits heute vor, deutlich früher als geplant. Er wird einiges zu tun haben – auch mit Aldi und Lidl.
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London, DüsseldorfIm Preiskampf mit Aldi mag die britische Supermarktkette Tesco hinterherhängen. Doch dass der Einzelhändler auch schnell Konsequenzen ziehen kann, das bewies er am Dienstag. Nachdem die Briten am Vortag eine falsche Halbjahresprognose für ihren Gewinn zugeben mussten, erklärten sie am Dienstag den bisherigen Marks-&-Spencer-Mitarbeiter Alan Stewart zum neuen Finanzchef. Stewart sollte den Job als CFO bei Tesco eigentlich erst Anfang Dezember beginnen.

„Seine erste Aufgabe am Morgen wird es selbstverständlich sein, die Buchhaltung bei Tesco zu überprüfen“, sagte der Analyst Bruno Monteyne von Sanford C. Bernstein gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. Er habe aber keinen Zweifel daran, dass die Bilanzen wieder ordentlich sortiert würden, so Monteyne.

Am Montag hatte Tesco bekanntgegeben, seinen Gewinn für das erste Halbjahr um 250 Millionen Pfund überschätzt zu haben. Vier Führungskräfte wurden daraufhin suspendiert. Die Probleme könnten auch damit zusammenhängen, dass Tesco bereits seit April ohne Finanzchef ist. Der frühere Manager Lauri McIlwee hatte seine Kündigung bereits im Frühjahr eingereicht und wurde nach Angaben des Vorstands Richard Broadbent seit Wochen nicht mehr bei Tesco gesehen.

Stewart soll den Vorfall nun untersuchen und feststellen, wie die Überschätzung zustande kam. Marks & Spencer bestätigte den Wechsel und gab auch bekannt, dass Stewart durch seine Kündigung keine Abfindung erhalten werde. Der neue Finanzchef wird es verkraften können: Stewart wird jährlich 750.000 Pfund verdienen, hinzu kommen möglicherweise noch diverse Boni. Damit verdient er fast 30 Prozent mehr als noch bei Marks & Spencer; dort erhielt er „nur“ 579.000 Pfund.

Neben Stewart will Tesco auch auf externe Prüfer setzen. Laut Medienberichten soll Deloitte diese Aufgabe übernehmen. Das Unternehmen soll herausfinden, was die Inflation mit dem Fehler zu tun hat. Dieser sei wohl auch deshalb entstanden, weil ein Teil des Einkommens gebucht wurde, bevor die britische Supermarktkette es tatsächlich verdient hatte, während gleichzeitig bestimmte Kosten erst später gebucht wurden, als sie entstanden.

Der Fehler kostete Tesco am Montag rund zehn Prozent seines Aktienwerts. Das war der niedrigste Stand seit 2003. Am Dienstag ging es für das Papier weiter runter, die Aktie fiel um 2,5 Prozent auf 198 Pence. Der Wert des Unternehmens brach nach Angaben der britischen Zeitung „Guardian“ um rund zwei Milliarden Pfund ein.

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