Tesco verbannt Kinder-Getränk Capri-Sonne ist Briten zu süß

Capri-Sonne schmeckt der Supermarktkette Tesco nicht mehr: Der Aldi-Konkurrent verkauft daher bald weniger Fruchtsaftgetränke der deutschen Wild-Gruppe. So will der Einzelhändler ein Zeichen gegen Fettleibigkeit setzen.
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Die Supermarktkette Tesco nimmt einige Varianten des deutschen Fruchtsaftgetränks aus den Regalen. Quelle: PR
Capri-Sonne auf Britisch

Die Supermarktkette Tesco nimmt einige Varianten des deutschen Fruchtsaftgetränks aus den Regalen.

(Foto: PR)

Noch führt die britische Supermarktkette Tesco „Capri-Sun“ in den Regalen. Gelbe Zeichentrickfiguren lachen von den Packungen entgegen, zehn Tütchen der Sorte Orange kosten 2,95 Pfund. Doch dem deutschen Capri-Sonne-Hersteller Wild dürfte das Lachen im Halse stecken geblieben sein wegen einer Nachricht, die am Dienstag in den Radionachrichten über die ganz Insel gefunkt wurde.

Der britische Supermarkt-Riese Tesco will die Fruchtsaftgetränke in den Packungsgrößen, die Kinder gerne mit in die Schule nehmen, ab September nicht mehr anbieten. Auch andere süße Getränke von in Deutschland wenig bekannten Marken wie Ribena oder Rubicon verbannt das Unternehmen. Grund: Die Produkte gelten als ein möglicher Grund für die steigende Zahl übergewichtigter Kinder. „Das ist eine gute Nachricht von Tesco“, sagte eine Sprecherin der „Action on Sugar“-Kampagne dem britischen Guardian .

In England gelten 15 Prozent aller Kinder zwischen 2 und 15 Jahren als fettleibig und 29 Prozent als übergewichtig. Die Zahlen stagnieren seit einigen Jahren auf diesem Niveau.

Der Tesco-Chefeinkäufer für Getränke hatte einem britischen Fachmagazin erklärt, dass der Verkaufsstopp teil eines Zehn-Punkte-Plans im Kampf gegen Übergewicht sei. Mit dem Ende der Schulferien würden nur noch Getränke für Kinder ohne künstlichen Zuckerzusatz geführt werden. Zuckerhaltige Varianten gibt es dann nur noch in Packungsgrößen, die nicht dazu geeignet sind, mit in die Schule genommen zu werden.

Eine Packung Capri-Sonne mit 200 ml Inhalt enthält laut Packungsangabe 20 Gramm Zucker. Auf die Diskussion um gesunde Ernährung geht der Hersteller Wild etwa auf der deutschen Homepage zu dem Produkt ein: „Mineralwasser, ungezuckerte Früchte- und Kräutertees löschen den Durst am besten. Zur Abwechslung sind aber auch verdünnter Saft, Schorle und Fruchtsaftgetränke geeignet.“ Auf der britischen Seite zu „Capri-Sun" gibt es einen ganzen Schwung an Informationen und etwa eine eigene „Mom Zone“ mit Tipps zu gesunder Ernährung für Kinder.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Außerdem hat die Firma mittlerweile eine Variante im Angebot, die mit dem Süßstoff Sucralose gesüßt wird. Dadurch enthalten 200 Milliliter nur noch 1,6 Gramm Zucker. In dieser Variante wird Capri-Sonne auch von Tesco weiter angeboten.

Tesco ist klarer Marktführer unter den Supermärkten in der britischen Heimat. Das Unternehmen steht allerdings unter heftigem Druck der deutschen Discounter Lidl und Aldi, die mit niedrigen Preisen den etablierten Anbieter heftig unter Druck setzen.

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