Textilbranche
Mode: Zwischen Expansion und Marshallplan

Die Modebranche spürt die Krise. Das gilt selbst für erfolgsverwöhnte Unternehmen wie Hennes & Mauritz. Während die Schweden und der Branchenprimus Inditex dennoch auf Expansionskurs fahren, bangt die italienische Modebranche teilweise um die Existenz. Die Präsidentin des Textil- und Modeverbandes fordert gar einen "Marshallplan für die Mode".

HB MAILAND. In Italien schaut man derzeit gebannt auf die Modewoche, die am Mittwoch begonnen hat. Sie gilt als Indikator für den Zustand der Branche. Im ersten Halbjahr ist der Umsatz der italienischen Mode- und Textilunternehmen nach Angaben des Textil- und Modeverbands SMI um 30 Prozent eingebrochen. Das trifft eine Branche, in der 56 000 Unternehmen mit mehr als einer halben Million Mitarbeitern arbeiten und im vergangenen Jahr 54 Milliarden Euro umsetzten. SMI-Präsident Mario Boselli forderte bereits einen "Marshallplan für die Mode".

Auch außerhalb Italiens spüren die Modemarken die Krise. Das gilt selbst für ein so vom Erfolg verwöhnten Unternehmen wie den Branchenprimus Hennes & Mauritz. Die Zurückhaltung der Käufer drückt bei der schwedischen Bekleidungskette Hennes & Mauritz (H&M) auf die Stimmung. Wegen der Wirtschaftskrise und des ungewöhnlichen warmen Wetters in weiten Teilen Europas sei der Umsatz im August um drei Prozent gefallen, teilte der drittgrößten Modekonzerns der Welt am Donnerstag mit. Analysten hatten nach den guten Zahlen des Rivalen und Zara-Inhabers Inditex mit besseren Zahlen gerechnet.

Vor allem in Märkten wie Spanien, Frankreich oder den USA sei weniger verkauft worden. Die Nachfrage sei angesichts der Rezession schwierig zu kalkulieren gewesen. Zurückblickend habe man zu wenige Waren eingekauft, räumte der Konzern ein. Im frühen Handel sank der H&M-Kurs um zwei Prozent.

Bei vielen Mode-Marken in Italien wiederum rächen sich zudem jetzt die allzu mutigen Zukäufe der vergangenen Jahre. Die IT Holding etwa hatte sich mit der Übernahme von Gianfranco Ferrè vor sieben Jahren übernommen und beantragte im Februar Gläubigerschutz. Da sie auch für andere Häuser die Zweitlinien produziert, stürzte sie das gesamte System in Schwierigkeiten. Auch Mariella Burani ist in Schwierigkeiten. Ende Juni saß das Unternehmen auf 478 Millionen Euro Schulden - bei einem Jahresumsatz von 700 Millionen Euro. Zuletzt haben sich sogar die Buchprüfer geweigert, die Halbjahreszahlen abzusegnen.

Wesentlich besser steht da Gerry Weber da. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2008/2009 (31. Oktober) habe die Gruppe Höchstwerte bei Umsatz und Ertrag erzielt, teilte die Gerry Weber International AG mit Sitz im ostwestfälischen Halle am Donnerstag mit. Der Konzernumsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,1 Prozent auf 411,9 Millionen Euro. Der Überschuss konnte auf 25,2 Millionen Euro gesteigert werden und lag damit 21,7 Prozent über dem Vorjahreswert.

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