Textildiscounter
Billigheimer C&A gründet Tiefstpreiskette

Der Familienkonzern C&A, dessen Produkte ohnehin nicht sonderlich teuer verkauft werden, geht mit einer Billigkette im Textileinzelhandel in die Offensive. Die ersten Filialen der neuen Modekette Avanti sollen im Frühjahr in Augsburg und Gelsenkirchen eröffnen. Branchenbeobachter räumen C&As Textildiscount gute Chancen ein.

DÜSSELDORF. „Im Jahr 2008 soll unter dem Namen Avanti in ausgewählten Ländern ein neues Handelskonzept im Niedrigpreissegment eingeführt werden“, bestätigte ein Sprecher von C&A dem Handelsblatt. Die ersten Filialen mit je 2 000 Quadratmeter Verkaufsfläche entstünden im wichtigsten und hart umkämpften Markt Deutschland.

Der Familienkonzern mit Zentralen in Düsseldorf und Brüssel dringt mit Avanti in den attraktiven Markt der Textildiscounter vor, die seit Jahren aggressiv in Stadtrandlagen expandieren und zweistellige Umsatzzuwächse schaffen. Marktführer ist die Tengelmann -Tochter Kik mit einem Umsatz von 1,2 Mrd. Euro im vergangenen Jahr. Die von Finanzinvestoren vorangetriebene Nummer zwei, Takko, legte zuletzt um zwölf Prozent auf knapp 700 Mill. Euro zu und erwirtschaftete mit 1 050 Filialen einen Betriebsgewinn (Ebit) von 63 Mill. Euro. Die Marge von neun Prozent ist Branchenspitze. Anders als die etablierten Textildiscounter sollen die Avanti-Filialen allerdings in den Innenstädten liegen.

Der Erfolg der Textildiscounter spiegelt die Spreizung des Marktes in teuer und billig wider. Gaben die Deutschen laut Statistischem Bundesamt im Jahr 2001 noch 72 Mrd. Euro für Bekleidung und Schuhe aus, waren es vier Jahres später nur noch 66 Mrd. Euro. Die Zahl der Fachgeschäfte reduzierte sich in den vergangenen zehn Jahren um ein Viertel.

Branchenbeobachter geben C&A mit Avanti deshalb gute Chancen. „Der Textildiscount hat in Deutschland noch riesiges Wachstumspotenzial, und C&A hat die Marktmacht und -erfahrung, um dieses mit einem neuen Handelskonzept zu erschließen“, sagt Johannes Siemes, Handelsexperte der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Während die Billigläden Aldi, Lidl und Penny im Lebensmitteleinzelhandel schon 40 Prozent Marktanteil einnähmen, erreichten Kik und Takko im Textileinzelhandel erst zehn Prozent.

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