Textilienbranche
Zara hängt Rivalen H&M ab

Von Krise keine Spur: Der Textileinzelhändler Zara steigert seinen Gewinn und will vor allem in Asien expandieren. Jetzt vermeldete das Unternehmen aus Galicien positive Zahlen - und läuft dem Konkurrenten H&M davon.

MADRID. Das Wörtchen "Krise" kam nicht vor, als Inditex-Chef Pablo Isla gestern die Jahresergebnisse vor Journalisten präsentierte. In der Tat war die Lage der Weltkonjunktur in den Zahlen des Textileinzelhändlers aus Galicien, weltweit bekannt vor allem durch seine Marke Zara, weniger sichtbar als beim Rest der Branche. Der Nettogewinn, in konstanter Ladenfläche und Währung gerechnet, stieg entgegen der Erwartungen von Analysten leicht an. Im Gegensatz zum schwedischen Konkurrenten H&M verzeichneten die Spanier zudem keine Verkaufsrückgänge: Der Umsatz auf konstanter Fläche blieb bei Inditex unverändert gegenüber dem Vorjahr.

Die Verkäufe seien ohne Flächenbereinigung bei allen Marken und in allen Ländern gestiegen, sagte CEO Isla. Selbst im Heimatmarkt Spanien, wo der Konsumrückgang im Zuge der Rezession besonders ausgeprägt ist, stieg der Umsatz leicht an. Das lag aber vor allem an der starken Ausweitung der Ladenfläche: Inditex eröffnete 2008 mehr als 570 neue Läden, etwas mehr als im Jahr zuvor. Zudem stieß das Unternehmen erstmals in die Ukraine, nach Südkorea, Montenegro, Honduras und Ägypten vor. Zwei Drittel der Verkäufe wurden außerhalb Spaniens getätigt, gegenüber 62,5 Prozent im Vorjahr. Europa ohne Spanien stellte mit 45 Prozent der Verkäufe das Hauptstandbein der Gruppe dar.

Die Resultate seien "zufriedenstellend" und bewiesen "den Erfolg unseres Geschäftsmodells, mit dem wir uns schnell an Konjunkturveränderungen anpassen können", sagte Isa. Inditex mit seinen acht Marken Zara, Pull & Bear, Massimo Dutti, Bershka, Stradivarius, Oysho, Zara Home sowie seit neuestem Uterqüe gilt als Pionier und Meister der Vertikalisierung. Damit wird in der Branche die Zusammenfassung aller Wertschöpfungsstufen bezeichnet, von der Produktion bis zum Einzelhandel unter einem Dach.

Gegenüber seinen Hauptkonkurrenten H&M und dem US-Giganten Gap hat Inditex vor allem den Vorteil, dass etwa ein Drittel der Waren in eigenen Fabriken und ein noch größerer Teil in geographischer Nähe zum Konzernsitz hergestellt wird. Die Hälfte der Produktion kommt aus Portugal, Spanien und Marokko, die andere Hälfte aus der Türkei und Asien. Damit hat Inditex weitgehende Kontrolle über die Produktionskosten und kann gegebenenfalls schnell auf Währungsschwankungen oder Konjunkturveränderungen reagieren.

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