Thomas Cook bestätigt Magazin-Bericht
My Travel sucht Käufer für FTI

Der angeschlagene britische Reisekonzern My Travel sucht nach Angaben aus deutschen Touristikunternehmen einen Käufer für seine Münchner Tochter FTI.

Reuters HANNOVER. Der Thomas Cook-Konzern bestätigte am Freitag einen Bericht des Fachmagazins „FVW“, wonach My Travel seit längerem vor allem in Deutschland mögliche Interessenten sondiere. „Bei uns hat My Travel im Januar vorgefühlt“, sagte Cook-Sprecherin Dagmar Rotter. Allerdings habe der Konzern kein Interesse. „Wir sind in Deutschland gut aufgestellt und haben das Thema nicht weiter verfolgt.“

Auch beim europäischen Marktführer TUI soll My Travel nach Angaben aus Branchenkreisen bereits vorstellig geworden sein, ohne dass es aber zu echten Gesprächen gekommen sei. TUI wollte dies am Freitag nicht bestätigen. „Es hat keine Gespräche gegeben. Wir haben auch kein Interesse an FTI“, sagte TUI-Sprecher Kay Baden.

Die FTI Frosch Touristik als fünftgrößter deutscher Reiseveranstalter hat nach einem massivem Gewinneinbruch die Bilanz von My Travel seit drei Jahren mit Verlusten belastet, die sich allerdings in Folge einer Restrukturierung inzwischen trotz der aktuellen Reiseflaute deutlich verringert haben. FTI machte im vorigen Jahr einen Umsatz von knapp 700 Mill. € und fuhr dabei einen operativen Verlust 50 Mill. € ein. Der Umsatz dürfte in diesem Jahr rückläufig sein.

FTI-Sprecherin Kornelia Kneissl wollte die Verkaufs-Spekulationen am Freitag nicht kommentieren. „Das ist eine Angelegenheit unserer Muttergesellschaft, die wir nicht kommentieren“, sagte Kneissl. „Bei FTI geht die Sanierung weiter voran. Oberstes Ziel ist ein ausgeglichenes Ergebnis. Das ist auch in Sicht.“

My Travel ist infolge der schweren Reiseflaute und gravierender Managementfehler tief in die Verlustzone geraten. Im Winterhalbjahr 2002/2003 hatte sich der operative Verlust auf knapp 400 Mill. € nahezu verdoppelt. Die beiden deutschen Konkurrenten Tui und Thomas Cook, die vor wenigen Jahren britische Reiseveranstalter übernommen hatten, hatten in der Vergangenheit Spekulationen über ihr mögliches Interesse an My Travel stets dementiert. In der Touristikbranche hieß es dagegen, die beiden Großen hätten eher ein Interesse an einem Niedergang der Briten, da es so zu einer Marktbereinigung und dem Abbau von Überkapazitäten komme.

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